Perlen aus den Niederlanden und Flandern

Literaturherbst: Starke Autoren aus der Nachbarschaft

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Im Schaufenster: Eckart Kohl von Calvör hat ein Schaufenster zum Partnerland der Frankfurter Buchmesse gestaltet.

Göttingen. Beim Literaturherbst sind diesmal die Nachbarn aus den Niederlanden und Flandern an der Reihe. Das wirkt sich auch in den Göttinger Buchläden aus.

Eckart Kohl von der Akademischen Buchhandlung Calvör gönnt seinem Laden an der Ecke Theaterstraße/Jüdenstraße ein Schaufenster zum Literaturherbst und Messepartnerland.

„Ich finde es gut, dass der Literaturherbst und das Literarische Zentrum die Buchmessen-Partnerländer ins Programm aufnimmt, das schafft eine Aufmerksamkeit für die Literatur in den Ländern.“ Die ist umso größer, je näher das Partnerland an Deutschland liegt, sagt Kohl. So sei im Fall Niederlande und Flandern ein Grundinteresse ohnehin vorhanden.

Von den Verkaufszahlen liegen die Autoren aus den Niederlanden und Flandern nach Kohls Einschätzung ohnehin gut im Rennen und sogar vor Autoren aus Frankreich. „Es gibt dort einfach eine große literarische Szene.“ Sie wird gestützt von „ganz starke Autoren, die durchaus mehr Aufmerksamkeit und Leser verdient hätten“.

In Deutschland genießen holländische Autoren wie Cees Nooteboom Star-Status. „In den Niederlanden haben die Stars diesen Stellenwert häufig nicht, das ist erstaunlich“, beschreibt Kohl.

Aber das wiederum spräche auch für einen starke Breite.

So gibt es niederländische Schriftsteller, die es laut Kohl verdient hätten, in Deutschland größer herauszukommen: wie J.J. Voskuil, der die siebenteilige Romanreihe „Das Büro“ geschrieben hat. Buch eins floppte im Beck-Verlag, der schließlich kalte Füße bekam. „Dann hat der Verbrecher-Verlag die Reihe wieder aufgenommen - zum Glück“, sagt Kohl. Cees Noeteboom kommt am Sonntag, 23. Oktober zum Literaturherbst.

Auch Göttinger Verlage, wie der jetzt 30 Jahre alt werdende Wallstein-Verlag, haben niederländische Autoren-Perlen im Programm: Lot Vekemans heimst mit ihrem Roman „Ein Brautkleid aus Warschau“ derzeit viel Lob ein. 

Die Literaturfreunde in Göttingen und Umgebung können sich also ein Bild über die Literatur in Flandern und den Niederlanden machen - auch live mit den Autoren. Einen (holländischen) Lese-Tipp hat Eckart Kohl noch. Seine Empfehlung: Bücher von Geert Mak. Neu erschienen ist „Die vielen Leben des Jan Six“. „Und es gibt viele gute Kinder- und Jugendbuch-Autoren dort.“

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