Defekte Oberleitung - Strecke wurde am späten Abend wieder freigegeben

700 Menschen saßen in einem ICE vor Göttingen fest

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Der Fernverkehr musste am Karfreitag umgeleitet werden: Es kam zu erheblichen Verspätungen im Fernverkehr. Unser Foto zeigt einen Bahnsteig am Bahnhof Göttingen. Die Bahn schickte einen Bauzug zur Reparatur der Oberleitung.

Kassel/Göttingen. 700 Menschen saßen am Karfreitag drei Stunden in einem ICE fest, der von Kassel auf dem Weg nach Göttingen war.

Nach Angaben von Jörg Ristow, Sprecher der Bundespolizeidirektion Hannover, kam der ICE 78 (Zürich - Hamburg) im Rauhebergtunnel bei Jühnde (Landkreis Göttingen) aufgrund einer defekten Oberleitung zum Stehen. Eine Hälfte des Zuges befand sich im Tunnel, die andere außerhalb. 

Aktualisiert um 17.07 Uhr

Im Zug gab es nur Notbeleuchtung. Fahrgäste berichten, dass die Toiletten nicht benutzt werden konnten und die Luft sei sehr schlecht.

Nach drei Stunden wurde mit dem Abschleppen des Zuges mit Hilfe einer Diesellok begonnen. Er bewegte sich mit etwa 20 km/h in Richtung Göttingen. Nach Angaben der Bundespolizei ist der Zug gegen 16 Uhr am Bahnhof Göttingen angekommen.

Wegen eines Bügelschadens hatte der vorausfahrende ICE 578 am Mittag die Stromleitung so massiv beschädigt, dass der Strom abgeschaltet werden musste, wie eine Bahnsprecherin in Hannover sagte.

Warum der ICE 578 auf dem Weg von Stuttgart nach Hamburg, einen Schaden am Stromabnehmer hatte, konnte am Freitagnachmittag noch nicht gesagt werden. Der Zug habe in Kassel seine Fahrt gestoppt, die Passagiere seien von dort auf andere Züge verteilt worden.

 

Die Fahrgäste des gestrandeten ICE stiegen am Bahnhof Göttingen um und setzten ihre Reise gegen 16.30 Uhr fort. Vorsorglich waren zwei Rettungswagen an der Westseite des Bahnhofs präsent, um Fahrgäste zu behandeln. Glücklicherweise mussten die Rettungskräfte nicht eingreifen. „Alle haben es unbeschadet überstanden“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage.

Gegen 16.15 Uhr gab es kurzzeitig Aufregung im Bahnhof Göttingen: Ein herrenloser Trolley war im Bahnhof gefunden worden. Deshalb musste der Durchgangsbereich der Station vorübergehend gesperrt werden. Schon kurze Zeit später meldete sich der rechtmäßige Besitzer des Koffers. Deshalb konnte schnell Entwarnung gegeben werden. Auch ein Diensthund der Bundespolizei, der ohnehin vor Ort war, war im Einsatz.

700 Menschen saßen in einem ICE vor Göttingen fest

Die Strecke wurde nach Reparaturen an der Oberleitung am späten Abend wieder freigegeben, wie die Bahn mitteilte. Zuvor kam es zu Verspätungen. Andere Züge mussten weiträumig umgeleitet werden. Die Umleitung führte  über Eichenberg, Witzenhausen und Hann. Münden. In der Folge kam es zu einer Verspätung von etwa 30 Minuten, hieß es auf der Internetseite der Deutschen Bahn AG. (mit dpa)

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