Agentur für Arbeit

Migrationsteam hilft Flüchtlingen bei der Fortbildung

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Ausbildung in der Tasche: Der 25-jährige Lalmohammad hat bei einer Fortbildung der Arbeitsagentur sein Talent fürs Schweißen entdeckt. 

Göttingen. Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis zurückgeht: Immer mehr Ausländer sind ohne Job - aktuell rund 1.500 bei der Göttinger Agentur für Arbeit.

Das sind etwa 20 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Die Agentur versucht gegenzusteuern – durch Fortbildungen.

Ursache für die steigende Zahl der Arbeitslosen mit Migrationshintergrund ist die Flüchtlingswelle, sagt Christine Gudd, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Göttingen.

Denn obwohl die Menschen arbeiten wollen, müssten für sie erst einmal die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden, um im Arbeitsmarkt integriert werden zu können, erklärt Gudd. „Sie mit den nötigen Sprachkenntnissen zu qualifizieren, das funktioniert nicht von heute auf morgen.“

Migrationsteam informiert

Deshalb gibt es seit März dieses Jahres ein Migrationsteam, das Flüchtlinge über ihre Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung informiert. Dann können die Menschen selbst entscheiden, ob sie an einer Förderung der Arbeitsagentur teilnehmen wollen. Aus dem gesamten Agenturbezirk hätten schon etwa 300 von ihnen an Umschulungsangebote vermittelt werden könnten, sagt Anke Koch, Leiterin des Migrationsteams.

Die Möglichkeiten zur Weiterbildung sind vielfältig: Ob im Metall- und Elektrobereich oder in der Pflege - die Flüchtlinge könnten entscheiden, in welchem Berufsfeld sie sich umschauen wollen. „Wir müssen bedenken, dass die Ausbildungssysteme in ihren Ländern ganz anders sind“, sagt Koch. Deshalb gehe es in erster Linie darum, eine Perspektive aufzubauen. Neben Kenntnisfeststellung und der Vermittlung von Fähigkeiten, die sie in Betrieben in Deutschland brauchen, lernen sie intensiv Deutsch. „Die Sprache ist die Basis, um später eine Arbeit zu finden“, sagt Koch.

Weiterbildungen

Weiterbildungen im Bereich Metall- und Elektrotechnik bietet die GuF (Gesellschaft für Umschulung und Fortbildung) in Göttingen an. Sie kümmern sich zurzeit um 19 Flüchtlinge. „Sie sind in den normalen Werkstatt-Betrieb integriert und arbeiten mit den Umschülern zusammen“, sagt Stefan Richers, Geschäftsführer der GuF.

Neben dem Gewinn von Kenntnissen, sei es nötig, ihnen unsere Kultur zu erklären und dass beispielsweise Pünktlichkeit in Deutschland wichtig sei. Wenn nötig, gäbe es auch Abmahnungen, sagt Richers. „Sie sollen ja bestmöglich auf die Arbeitswelt vorbereitet werden.“

Start in die Ausbildung

Einer, der mit Hilfe der GuF nun auf die Arbeitswelt vorbereitet ist und demnächst eine Ausbildung beginnt, ist der 25-jährige Lalmohammad. Er hat nicht nur sein Deutsch verbessert, sondern auch Kenntnisse im Schweißen erlangt. Er sei so gut gewesen, dass er bereits nach wenigen Monaten die Prüfung ablegen konnte, sagt Stefan Richers.

So motiviert wie Lalmohammad seien im Übrigen viele Flüchtlinge, berichtet Anke Koch. Auch wenn es für einige der jungen Menschen ein langer Weg bis zum ersehnten Arbeitsvertrag sei, weil sie zunächst noch viel lernen müssten. Aber: Die jungen Flüchtlinge können nie nichts, wie Koch schildert: „Jeder bringt immer etwas mit.“

Förderung für Flüchtlinge und Jugendliche

Flüchtlinge, die an einer Qualifizierung teilnehmen, werden zwölf Wochen gefördert. Im Anschluss finden Perspektivgespräche statt. Die Arbeitsagentur kann Arbeitgeber finanziell fördern, wenn wegen fehlender Sprachkenntnisse der Einarbeitungsaufwand höher ist. Außerdem ist ein Langezeitpraktikum von zwölf Monaten als Einstiegsqualifizierung föderbar. Die Berufs- und Ausbildungsmesse „Markt der Berufe“ bietet Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine Plattform, um sich über das Ausbildungssystem zu informieren. 

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