Millionenschaden in Göttingen

Großfeuer in Kompostwerk: Ursache war wohl Selbstentzündung

Göttingen. Nach dem Großfeuer auf dem Gelände des Kompostwerks Königsbühl im Göttinger Norden dauern die Nachlöscharbeiten noch immer an.

„Die Aufgabe besteht nun darin, Glutnester in den kompostierten Abfällen abzulöschen“, sagte Dietmar Gloth von der Berufsfeuerwehr. „Dafür werden auch Bagger und Radlader eingesetzt, die das Material auseinanderziehen.“

Für die Arbeiten, die sich voraussichtlich bis in die Nacht zum Dienstag hinziehen, waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Weende und Geismar eingesetzt. Eine Spezialfirma pumpt derweil das Löschwasser aus einem Auffangbecken ab und bringt es zur Entsorgung in die Kläranlage. Dies ist notwendig, weil der Strom ausgefallen ist.

Aktualisiert: 13.58 Uhr

Die Feuerwehren aus Elliehausen, Nikolausberg, Roringen und Stadtmitte waren in der Nacht zum Montag vor Ort, um immer wieder kleinere Brände in dem riesigen Haufen abzulöschen. Das Großfeuer, das vermutlich einen Millionenschaden verursacht hat, brach am Sonntag gegen 15 Uhr auf dem Gelände aus. Zunächst war der Feuerwehr ein Freiflächenbrand gemeldet worden. Daraufhin wurden zwei Fahrzeuge samt Besatzung dorthin geschickt. Doch schon beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war klar, dass es ein Großeinsatz wird.

Der Komposthaufen brannte lichterloh. Außerdem hatte das Feuer bereits auf eine Halle übergegriffen, in der unter anderem zwei Radlader standen. Die Halle war nicht mehr zu retten. Stattdessen konzentrierten sich die Aktiven darauf, weitere Hallen vor dem Feuer zu schützen, was schließlich auch gelang. Durch das Feuer hatte sich eine riesige Rauchwolke entwickelt, die auch im Landkreis Northeim weithin zu sehen war. Der Brandgeruch war auch noch im Raum Nörten-Hardenberg wahrnehmbar.

Um genügend Löschwasser zu haben, wurden drei Schlauchleitungen von der mehrere hundert Meter entfernten Leine bis zu dem Kompostwerk gelegt. Außerdem verlegt die Bovender Feuerwehr Schlauchleitungen von Teichen bis zur Anlage. Laut Feuerwehr waren nach Angaben von Frank Gloth von der Göttinger Feuerwehr etwa 90 Einsatzkräfte beteiligt. Sie kamen aus dem Stadtgebiet und aus Bovenden. Erst zwischen 19 und 20 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle.

Am heutigen Montag hat die Polizei damit begonnen, die genaue Brandursache zu untersuchen. Nach den bisherigen Ermittlungen ist Selbstentzündung die Ursache für das Feuer. In Komposthalden kann es zu einer Selbstentzündung kommen, wenn sich Restfeuchte im Innern stark erwärmt und die Wärme nicht mehr entweichen kann.

Auf dem Gelände im Göttinger Norden war es bereits am 20. und 27. August zu kleineren Bränden gekommen, die allerdings schnell gelöscht waren. (mit dpa)

Nach Großfeuer: Nachlöscharbeiten auf Kompostdeponie

Deponie Königsbühl ist für unbestimmte Zeit geschlossen

Durch den Brand ist die Deponie Königsbühl auf unbestimmte Zeit geschlossen. Der Leiter des Entsorgungszentrums verweist Kunden auf den Recyclinghof an der Rudolf-Wissell-Straße im Groner Industriegebiet. Dort kann Strauchschnitt in Kleinmengen abgegeben werden. Eine andere Möglichkeit sind die Entsorgungsanlagen des Landkreises Göttingen bei Dransfeld, Deiderode und Breitenberg. Die Schadenssumme schätzt Loris vorsichtig auf über zwei Millionen Euro. Allein der Schaden an den beiden Radladern und dem Schredder für den Bioabfall gehe in die Millionen. Auch die zerstörte Halle müsse abgerissen und neu gebaut werden.

Bereits einen Tag zuvor brannte es auf dem Gelände der Deponie. Dabei blieb der Schaden jedoch gering. Ob ein Brandstifter sein Unwesen treibt, ist noch unklar. Das jüngste Feuer soll zumindest an mehreren Stellen angefangen haben.

Großfeuer auf Kompostanlage Königsbühl in Göttingen

Rubriklistenbild: © Rampfel

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