Universität Göttingen eröffnet Veranstaltungshaus

Nach Umbau: Alte Mensa am Wilhelmsplatz ist schickes Tagungszentrum

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Baggerschaufel ist verschwunden: Ein markantes Gebäude der Universität, die Alte Mensa am Wilhelmsplatz, wurde saniert, restauriert und zu einem Tagungs- und Veranstaltungszentrum umgebaut. Dienstag wird sie eingeweiht.

Göttingen. Mit mehr als 300 Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik eröffnet die Universität Göttingen am Dienstag das Tagungs- und Veranstaltungshaus Alte Mensa am Wilhelmsplatz.

Etwa 3,3 Millionen Euro hat die Uni in die Sanierung des traditionsreichen Gebäudes gesteckt, das auch eine repräsentative Aula beherbergt. Die Investition soll auch mehr Einnahmen ermöglichen.

Vier Veranstaltungsräume bieten dort nun vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für 20 bis 250 Personen. Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel wird die Gäste im Adam-von-Trott-Saal, dem ehemaligen Kinosaal, begrüßen. Grußworte sprechen Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Prof. Jörg Magull, Geschäftsführendes Mitglied des Studentenwerks. Anschließend wird Rainer Bolli, Leiter des Gebäudemanagements der Universität Göttingen, das Gebäude und die Baumaßnahmen vorstellen.

Die Uni hat die Alte Mensa in den vergangenen zwei Jahren aufwendig saniert. Während der Bauarbeiten wurde im ehemaligen Kinosaal eine zum Teil mit Blattgold verzierte Stuckdecke offengelegt, die mehrere Jahrzehnte lang unter einer Zwischendecke verborgen war. Darüber hinaus legten Archäologen im Hof mehr als 100 menschliche Skelette frei, die von Mönchen des Franziskanerklosters stammen, das sich zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert dort befand. Außerdem stießen sie auf Siedlungsreste aus der Zeit vor dem Kloster.

Künftige Besucher werden nach der Eröffnung 2016 aber auch einige unfertige Dinge entdecken können. So wurden Teile des Stuckes oder der Ornamente nicht ergänzt, sondern blieben – wenn auch saniert – unvollständig.

„Wir haben das bewusst so belassen, damit auch Entwicklungen des Gebäudes in den Räumen zu sehen sind“, sagt Rainer Bolli. Auch die Außenfassade bleibt nach historischem Vorbild und in dezenter Farbgebung erhalten, wie Bolli betont. Fenster aus den 50er- und 60er-Jahren wurden hingegen ausgetauscht.

Gebaut wurde das Haus in der West-Ecke des Wilhelmsplatzes von dem Bauunternehmer Christian Friedrich Andreas Rohns. Zuvor stand dort das Franziskanerkloster aus dem 13. Jahrhundert samt Friedhof, der jetzt bei den Bauarbeiten wieder zum Vorschein kam und mit ihm die gut erhaltenen Skelette.

Das Gebäude wurde von 1922 bis 2009 vom Studentenwerk verwaltet, das dort eine Mensa betrieb. Im Sommer konnten dort auch draußen auf dem Wilhelmsplatz die Speisen eingenommen werden.

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