"Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“

Umstrittene Nakba-Ausstellung: Uni Göttingen verschiebt Schau

Ausstellung verschoben: In Kürze sollte „Die Nakba - Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ im Zentralen Hörsaalgebäude der Uni Göttingen zu sehen sein. Foto: zsh

Göttingen. Die Universität Göttingen verschiebt die umstrittene Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ auf das kommende Sommersemester. Damit reagiert die Uni-Leitung auf die anhaltende Kritik an der Ausstellung.

Ursprünglich sollte die Schau am Dienstag eröffnet werden. Die von Wissenschaftlern der Universität Göttingen geplante Ausstellung wird soll nun erst in einem halben Jahr zu sehen sein. Das beschloss die Universitätsleitung in Absprache mit dem Dekan der Philosophischen Fakultät.

Nach der zunächst kurzfristigen Verschiebung um zwei Wochen, in denen offene inhaltliche Punkte geklärt werden sollten, stellt die Universitätsleitung nun fest, dass ihr „keine neutrale wissenschaftliche Expertise zu der Ausstellung“ vorliegt.

„Deshalb wurde entschieden, externe wissenschaftliche Analysen in Auftrag zu geben und erst dann die Ausstellung unter Einbeziehung der Ergebnisse und mit einem adäquaten Raum für Gegenpositionen in der Universität zu zeigen. Die Ausstellung kann dann so präsentiert werden, wie es den Ansprüchen einer Forschungsuniversität entspricht“, heißt es in einer Stellungnahme der Universität. Auf diesem Weg könne die notwendige fundierte inhaltliche Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Meinungen zu dem Thema erfolgen. „Damit geben wir der Meinungsfreiheit den angemessenen akademischen Rahmen“, so die Uni-Leitung.

Im Vorfeld hatte es heftige Kritik, unter anderem vom Fachschaftsrat der Sozialwissenschaftlichen Fakultät, an der Ausstellung gegeben, da in der Schau antisemitisches Gedankengut verbreitet werde, so der Vorwurf. Das American Jewish Committee (AJC) hatte eine Absage gefordert.

Die Ausstellung sollte zunächst ab dieser Woche im Kulturwissenschaftlichen Zentrum und im Dezember im Zentralen Hörsaalgebäude zu sehen sein.

Die Schau war zuvor bereits an mehr als 130 Orten in Deutschland gezeigt worden. In Freiburg war die Ausstellung im Jahr 2010 nach Kritik zunächst abgesagt worden. Das örtliche Verwaltungsgericht gab der Stadt aber auf, die Ausstellung doch zu zeigen. (bsc/epd)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.