Neues Forschungsgebäude: Mehr Raum für Kampf gegen Demenz

Universitätsmedizin Göttingen (UMG): Einweihung des Forschungsneubaus BIN/DZNE in der Von-Siebold-Straße,. Bei der Schlüsselübergabe von links: Prof. Dr. Ulrike Beisiegel (Uni-Präsidentin), Prof. Dr. Pierluigi Nicotera (Vorstandsvorsitzender DZNE), Prof. Dr. Heyo K. Kroemer (UMG-Vorstandssprecher), Prof. Dr. Andre Fischer (Standortsprecher DZNE), Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen Kljajic, Prof. Dr. Silvio Rizzoli (BIN-Vorstandssprecher), Dr. Martin Siess und Dr. Sebastian Freytag (beide UMG-Vorstände). Foto: Kopietz

Göttingen. Mit etwa 200 Gästen hat die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) am Dienstagnachmittag einen neuen Forschungskomplex eingeweiht.

In dem Gebäude forschen verschiedene Einrichtungen gemeinsam an Diagnosen und Therapien für Alzheimer und Demenz.

Es ist seit vielen Jahren das erste große Gebäude, das die UMG nur für Forschungszwecke gebaut hat, betonte UMG-Vorstandssprecher Prof. Dr. Heyo K. Kroemer. Der Bau mit mehr als 200 Räumen und einer Nutzfläche von 3500 Quadratmetern stünde so auch für den starken Wissenschaftsstandort Göttingen – vor allem für den Bereich Neurowissenschaften.

Die Frage, ob ein ein weiteres Zentrum, das sich der Erforschung der Volkskrankheit Alzheimer widmet, notwendig ist, erübrigt sich: 2050 werden drei Millionen Menschen in Deutschland erkrankt sein. „Es wird wichtig sein, das Ausbrechen der Krankheit zu verzögern“, auch darum geht es hier“, sagte Kroemer, der auch darauf hinwies, dass ein weiteres Forschungsgebäude für die Herzklinik im Januar eingeweiht werden wird.

Alle Festredner betonten den Wert des neuen Gebäudes, das in einer U-Form gebaut worden ist, für die gemeinsame Forschungsanstrengungen: In dem markanten Komplex in der Von-Siebold-Straße erforschen die besten Wissenschaftler aus der UMG-Einrichtung Biostructural Imaging of Neurodegeneration (BIN) und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) Alheimer-Demenz.

Dazu kommen Forscher aus den Max-Planck-Instituten, wie dem für Biophysikalische Chemie. Dort können auch die besten hochauflösenden Nano-Mikroskope, entwickelt von Nobelpreisträger Prof. Dr. Stefan Hell, genutzt werden.

Mit ihnen wollen die Forscher die Krankheit und deren Ursachen besser verstehen lernen, sagt Prof. Dr. Andrè Fischer, der Standortsprecher des DZNE. „Wir wollen diese Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung so schnell wie möglich in die Anwendung am Patienten bringen“, gibt Fischer als wichtigstes Ziel der in Göttingen scheinbar grenzenlosen Zusammenarbeit aus. „Wir wollen den Ausbruch der Krankheit um einige Jahre verschieben.“

Das sei auch absolut notwendig, „denn leider kosten die Folgen von Alzheimer sehr viel Geld. Bis zur Heilung von Alzheimer sei es aber noch ein sehr weiter Weg. Aber es sei wichtig, möglichst schnell in den Nutzen für die kranken Menschen zu kommen. „Schnell ist relativ“, weiß Fischer. Immerhin aber sei das Geld für eine Studie zur Anwendungsforschung in Göttingen da.

Apropos Geld: 27,5 Millionen Euro kommen vom Land Niedersachsen für das neue Gebäude. Für Wissenschaftsminsterin Gabriele Heinen Kljajic sinnvoll investiertes Geld, an einem Standort, wo die Lebensforschungen besonders stark sein. „Wir helfen diese noch weiter zu stärken“, sagte die Ministerin.

Der Vorstandsvorsitzende des DZNE, Prof. Dr. Pierluigi Nicotera, betonte: Es geht in der Forschung darum, die vielen Neurodegenerativen Erkrankungen zu verstehen, jede einzelne, gelänge das, könnte am Ende der größte Erfolg stehen: die erfolgreiche Therapie. „Dafür arbeiten hier alle Beteiligten.“

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