Neue Fernbusstation in Göttingen: Platz für 80 Busse am Tag

Optimal: Einer der ersten Fernbusse, die am Montag an der neuen Station hielten, die näher an den Göttinger Bahnhof rückte. Foto: Papenheim

Göttingen. Die Stadt Göttingen hat am Montag ihre neue Fernbusstation offiziell in Betrieb genommen. Tag für Tag halten bis zu 80 Fernbusse an der neuen Station neben dem Zoologischen Institut.

Fünf Busse gleichzeitig können dort Passagiere absetzen und aufnehmen. Vertreter der Stadt und der DB Station&Service, die die neue Anlage betreibt, hoben die optimale Verknüpfung mit den anderen Verkehrsmitteln hervor. Mit wenigen Schritten gelangen Reisende zum Fahrradparkplatz und zum Fahrradparkhaus, zu den Stadt- und Überlandbussen, zu den Fern- und Nahverkehrszügen und zum Taxistand. Für Reisende, die sich mit einem Auto zum Fernbus bringen lassen, gibt es drei Kurzzeit-Stellplätze vor der Zoologie. Kritik kam dagegen vom Fahrgastverband Pro Bahn.

Aktualisiert um 15.15 Uhr

70.000 Euro hat die Stadt Göttingen in den vergangenen Monaten in die Fernbusstation investiert, sagte Stadtbaurat Thomas Dienberg. Der Betrag kommt durch Abgaben, die die Fernbusunternehmen zahlen müssen, mittelfristig wieder rein. Der Betreibervertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren. Fahrplantafeln listen die große Zahl von Zielen auf, die sich mit Fernbussen erreichen lassen: Berlin und Hamburg, Stuttgart und Freiburg, Fulda und Frankfurt, Wuppertal, Essen und Düsseldorf, Leipzig und Dresden, Nürnberg und München und viele andere mehr. Auslandverbindungen führen bis nach Zürich und Krakau. Damit die Reisenden auch bei Regen nicht nass werden, sollen in nächster Zeit noch Wartehäuschen aufgebaut werden, kündigte Dienberg an. Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler hob hervor, dass mit dem Mobilitätsknoten am Bahnhof die Zeiten vorbei seien, in denen Fernbusse vor der Zoologie „organisiert unorganisiert mit Frischwasser und Menschen beladen wurden.“

Die Fernbusstation ist nur zum Ein- und Aussteigen vorgesehen. Länger halten dürfen die Busse dort nicht. Nur für Touristenbusse gibt es zwei Parkplätze hinter der Fernbusstation. Unverändert bleibt der Bereich, in dem die Fahrer von Überlandbussen ihre vorgeschriebenen Pausen einlegen können. Mit Inbetriebnahme der neuen Station gibt es keinen Fernbushalt mehr am Kaufpark. Alle Unternehmen fahren den Platz am Bahnhof an. Göttingen ist die sechste Fernbushaltestelle, die die DB Station & Service betreibt und die erste im Auftrag einer Kommune. Göttingens Bahnhofsmanager Detlef Krusche: „Hier in Göttingen haben wir den optimalen Standort.“

Der Pro-Bahn-Regionalverband Südniedersachsen ist von Fernbusstation Göttingen „alles andere als begeistert“. Es sei nicht hinnehmbar, dass es bislang keine Unterstände für Fahrgäste gebe. „Dringend nachzubessern ist außerdem die völlig unzureichende Information der Fahrgäste über die Fahrzeiten der abfahrenden Busse“, kritisiert Pro Bahn-Sprecher Gerd Aschoff. Kein Fahrgast wisse, ob sein Bus pünktlich oder verspätet sei. In den Schaukästen hingen bislang nur die gedruckten Fahrpläne von zwei Fernbusunternehmen, eine Gesamtübersicht fehlt ganz. Aschoff: „Wir fordern die Angleichung der Fahrgastrechte und Fahrgastinformation aller öffentlicher Verkehrsmittel auf einem Niveau.“ Schließlich forderte Aschoff auch, die Fernbusunternehmen nicht nur für die Benutzung der Haltestelle zur Kasse zu bitten: „Die Bundespolitik muss dafür sorgen, dass Fernbusse künftig Streckenmaut entrichten und die Allgemeinheit nicht länger für die Fernbusse zahlt.“

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