Staatsanwaltschaft: Kein Vorsatz und keine fahrlässige Körperverletzung festgestellt

Pfefferspray gegen Abgeordnete: Göttinger Polizist wird nicht angeklagt

+
Verletzt: Ein Kundgebungsteilnehmer führt am 21. Mai in Göttingen die durch Pfefferspray verletzte niedersächsische SPD-Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta aus der Menge der Demonstration gegen Rechts. 

Göttingen. Die Verletzung durch Pfefferspray von Landtagsvizepräsidentin Gabriele Andretta (SPD) bei einer Demonstration im Mai in Göttingen hat keine strafrechtlichen Folgen. 

Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt gegen einen Polizisten eingestellt.

Die Auswertungen des Videomaterials sowie von Zeugenaussagen hätten ergeben, dass dem betreffenden Polizisten weder eine vorsätzliche noch eine fahrlässige Körperverletzung vorzuwerfen sei, sagte der Sprecher der Strafverfolgungsbehörde, Andreas Buick.

Der Vorfall hatte sich bei einer Kundgebung des „Bündnisses gegen Rechts“ gegen eine Veranstaltung der rechtsextremen Gruppierung „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ auf dem Bahnhofsvorplatz ereignet.

Damals hatten mehrere zum Teil vermummte Teilnehmer bengalische Feuer und Gegenstände in den von der Polizei abgesperrten Bereich des Platzes geworfen. Anschließend hätten sie die mehr als 20 Meter lange Absperrung auf der gesamten Länge umgeworfen und auseinander gerissen, sagte Buick.

Die Polizei-Einsatzkräfte hätten dann versucht, die Demonstranten hinter die Absperrlinie zurückzudrängen. Als eine Gruppe, die sich hinter einem Transparent versteckt gehalten habe, der Aufforderung zum Verlassen des abgesperrten Bereichs nicht nachgekommen sei, habe ein Polizist mehrfach Pfefferspray über das Banner hinweggesprüht.

Bei einer dieser Aktionen sei auch die Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta von dem Reizgas getroffen worden. Andretta hatte nach eigenen Angaben schlichtend eingreifen wollen.

Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge hatte sich zum Zeitpunkt des Pfefferspray-Einsatzes die Situation noch nicht beruhigt. Der Beamte habe nicht auf Andretta gezielt, diese sei vielmehr versehentlich getroffen worden. 

Lesen sie auch

Demonstration in Göttingen: SPD-Politikerin verletzt

Pfefferspray-Einsatz bei Demo gegen Rechts: juristisches Nachspiel

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.