Polizei plädiert für Böller-Verbot - Problem: Zu wenig Beamte

Göttingen. Die Göttinger Polizei würde ein Böller-Verbot in der Innenstadt in Silvesternächten begrüßen. Das Problem: Es gibt offenbar nicht genügend Beamte, um eine Anordnung durchzusetzen.

Über die Problematik wurde im Ausschuss für allgemeine Angelegenheiten diskutiert. Hintergrund: In der Silvesternacht 2014/15 waren Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern angegriffen worden. Deshalb hat die Stadt die Situation diesmal genau beobachtet.

Beim Jahreswechsel 2015/16 blieb es am Markt vergleichsweise ruhig, obwohl 1000 Besucher am Gänseliesel waren. Trotzdem soll in den kommenden Monaten über mögliche Konsequenzen diskutiert werden. Details, wie das Problem angegangen werden soll, wurden dabei noch nicht genannt.

Polizeidirektor Rainer Nolte, neuer Leiter Einsatz bei der Polizeiinspektion Göttingen, berichtete während der Ausschusssitzung, dass es in der Silvesternacht in Göttingen insgesamt 98 Einsätze gab. Die Polizei habe dabei mehr Beamte als im Jahr zuvor im Einsatz gehabt. Genaue Zahlen wollte Nolte aus „einsatztaktischen Gründen“ nicht nennen. Mit Blick auf das Böllerverbot sagte der Beamte: „Wenn man das beschließt, muss man mehr Personal herbeischaffen. Dazu ist die Polizei nicht in der Lage“, so Nolte. Zudem sei originär die Stadt Göttingen für das Problem zuständig. Sie müsse die Polizei unterstützen.

Doch auch die Personaldecke des Ordnungsamtes ist eher dünn: Bei einer Urlaubssperre könne man etwa 15 Mitarbeiter bereitstellen, wenn alle gesund sind, hieß es während der Sitzung.

Weitere Diskussion

Für die Mitglieder des Ausschusses ist die Situation derzeit nicht befriedigend. Mit Blick auf die Personaldecke bei der Polizei hieß es bei der Sitzung: „Zu sehr gespart, zu wenig Personal.“ Und: Das Thema ist natürlich noch nicht vom Tisch. Es wird im Ausschuss weiter diskutiert. 

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