Prozess um Betrug mit Schrott: Quartett soll 270.000 Euro ergaunert haben

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Göttingen. Wegen großangelegter Abrechnungsbetrügereien müssen sich demnächst vier Mitarbeiter einer Metallhandelsfirma aus dem Landkreis Harburg vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Göttingen verantworten.

74 Fälle

Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat zwei 52 und 55 Jahre alte Männer sowie eine 46-jährige Frau wegen gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Betruges in 74 Fällen angeklagt. Eine weitere 51 Jahre alte Mitangeklagte muss sich wegen 25 Taten verantworten. Die Strafverfolgungsbehörde wirft den Angeklagten vor, mit Hilfe von manipulierten Containern ein Unternehmen aus dem Landkreis Göttingen um mehr als 270.000 Euro betrogen zu haben.

Firma erstattete Anzeige

Die Ermittler waren dem systematischen Abrechnungsbetrug durch die Strafanzeige des geschädigten Gewerbebetriebs auf die Spur gekommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte das Unternehmen regelmäßig die Firma aus dem Landkreis Harburg mit der Abholung von Altmetallen von seinen Standorten in Südniedersachsen und Nordhessen beauftragt.

Verdacht

Nach einigen Jahren sei der Verdacht aufgekommen, dass die Metallhandelsfirma deutlich mehr Schrott abtransportierte, als sie mit ihrem Auftraggeber abrechnete. Die jetzt angeklagten Betrügereien sollen zwischen Anfang 2011 und Ende 2013 stattgefunden haben.

Durchsuchungen

Im Zuge ihrer Ermittlungen stieß die Polizei bei Durchsuchungen unter anderem auf zwei präparierte Container, in deren Boden jeweils eine schwere Stahlplatte eingeschweißt war. Eine dieser Stahlplatten wog rund 1,7 Tonnen, die andere mehr als zwei Tonnen.

Präparierte Container

Der Trick dabei: Normalerweise wird ein Lkw nur beim ersten Einsatz im Leerzustand gewogen. Danach wird der Lastwagen nur noch im beladenen Zustand gewogen, wenn er das Gelände wieder verlässt. Aus der Differenz zu dem einmalig ermittelten Leergewicht ergibt sich, wieviel Altmetall der Lkw geladen hat. Die Angeklagten sollen die präparierten Container immer dann auf ihren Lkw und den mitgeführten Anhänger geladen haben, wenn sie erstmals zu einem Betriebsstandort ihres Auftraggebers fuhren.

Metallschrott

Bei den weiteren Abtransporten sollen sie dann jeweils „normalgewichtige“ Container verwendet haben, heißt es in der Anklage zu dem Prozess. Da beim ersten Wiegen ein deutlich höheres Leergewicht gespeichert worden war, wurde die Ladung dieser Container stets zu niedrig berechnet. Tatsächlich hatten die eingesetzten Container rund zwei Tonnen mehr Metallschrott geladen, als die Waage anzeigte.

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