Radeln für Krebskranke: Regenbogenfahrer besuchen Uniklinik Göttingen

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Wollen Hoffnung verbreiten: Die Regenbogenfahrer der Kinderkrebsstiftung besuchen das Behandlungszentrum in Göttingen. 

Göttingen. Sie waren selbst an Krebs erkrankt und fahren nun jedes Jahr etwa 600 Kilometer quer durch Deutschland: die Regenbogenfahrer der Kinderkrebsstiftung.

Auf ihrem Weg von Hamburg nach Kassel besuchen die Radfahrer am Freitag, 26. August, die Uniklinik Göttingen. Zuvor halten sie in Northeim, am Samstag, 27. August, sind sie zu Gast in Hann. Münden.

Ziel der jährlichen Tour durch Deutschland und dem Besuch von Kinderkrebsstationen an der Wegstrecke ist der Wunsch, Kindern und Jugendlichen, aber auch deren Eltern wieder Hoffnung und Mut auf ein besseres Leben zu geben, sagt Mitorganisator Andreas Führlich. Dass dabei auf die Krankheit aufmerksam gemacht werde, sei positives Beiwerk. „Wir sammeln aber nicht aktiv Spenden.“

Fahrt ist Herausforderung

Jeder der 45 Fahrer sei als Kind oder Jugendlicher selbst an Krebs erkrankt gewesen, erzählt Führlich. Und das mache die Fahrt sowohl zu etwas Besonderem als auch zu einer Herausforderung. „Bestrahlungen wirken sich auf den ganzen Körper aus. Muskeln und Immunsystem werden geschwächt.“

Führlich selbst erkrankte im Alter von neun Jahren an Knochenkrebs, gilt inzwischen als geheilt. Seit zehn Jahren radelt er bei den Regenbogenfahrern mit - obwohl er durch den Krebs ein Kniegelenk verloren hat. „Ich fahre mit einer Prothese. Das ist nicht immer leicht“, erzählt er. Andere aus der Gruppe hätten durch die Krankheit nur noch eine halbe Lunge. „Aber wir ziehen das gemeinsam durch.“ Da werde während der Tour auch mal ein schwächerer Fahrer von einem stärkeren gezogen.

Trotz einer schweren Krankheit könne man anschließend sportliche Leistungen erbringen. „Wir wollen den Kindern zeigen, dass sie das auch schaffen können“, sagt Führlich. Dass die Arbeit kranke Kinder motiviert, zeigt die Gruppe der Fahrer, die in diesem Jahr von Hamburg nach Kassel fährt: Inzwischen seien junge Erwachsene dabei, die die Fahrer vor einigen Jahren in der Klinik besucht hätten. „Das ist die beste Auszeichnung“, findet der Mitorganisator.

Die Strecke der Regenbogenfahrer sei auf Behandlungszentren gegen Krebs ausgerichtet. Auf ihrem Weg durch Deutschland sind sie auf Landstraßen und Waldwegen unterwegs, teilweise würden sie von der Polizei begleitet. Außerdem fahren drei Begleitfahrzeuge mit ihnen, die Gepäck, Lebensmittel und Ersatzteile transportieren.

Situationen belasten

„Die Landstraßen brauchen wir, um Kilometer zu schaffen“, erklärt Führlich. Waldwege seien wichtig, um den eigenen Körper zu fordern. Und um zur Ruhe zu kommen und untereinander Gespräche zu führen: „Die Situationen in den Krankenhäusern sind für uns belastend.“ Denn während der Besuche würden die Regenbogenfahrer nicht nur mit ihrer eigenen Geschichte, sondern auch mit schweren Schicksalen konfrontiert.

Seit 24 Jahren auf Tour

Die Regenbogenfahrer starteten vor 24 Jahren das erste Mal eine Fahrt zu Behandlungszentren in Deutschland, in denen sie zu Gast bei krebskranken Kindern und Jugendlichen sind. Bisher haben die Fahrer etwa 14.000 Kilometer zurückgelegt und 170 Kliniken besucht. Mitfahren können Menschen, ab dem 18. Lebensjahr, die selbst einmal an Krebs erkrankt waren. Auf der Fahrt von Hamburg nach Kassel machen die Radler auch Rast in Northeim. Anschließend besuchen sie die Uniklinik Göttingen. Außerdem kommen die Fahrer in Hann. Münden vorbei. 

www.regenbogenfahrt.de

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