Regionalkonferenz zu Flüchtlingen: Güntzler will schnelle Integration

Diskutierten mit Gästen über das Thema Flüchtlinge: CDU-Bundestagsabgeordneter Fritz Güntzler (links) und CDU-Stadtverbandsvorsitzender Prof. Dr. Ludwig Theuvsen. Foto: Niesen

Göttingen. Der Göttinger CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler ist überzeugt, dass Deutschland die Flüchtlingsproblematik bewältigen kann.

Das machte er in der der dritten und letzten Regionalkonferenz deutlich, zu der er nach Hann. Münden und Duderstadt jetzt ins Holbornsche Hause in Göttingen eingeladen hatte. Güntzler begründete seine Einschätzung vor über 50 Gästen mit einer ganzen Reihe von Punkten. Außenpolitisch nannte er vor allem die internationale Bekämpfung der Fluchtursachen, das heißt insbesondere die Befriedigung der Kriegsländer und Hilfe für die Transitländer bei der Flucht.

Darüber hinaus forderte er in der vom CDU-Stadverbandsvorsitzenden Prof. Dr. Ludwig Theuvsen moderierten Veranstaltung ein energisches Vorgehen gegen Schlepper. Entscheidend nannte er die Bekämpfung des IS.

Bei der Aufnahme von Flüchtlingen in Europa forderte er die Solidarität aller Länder der EU ein. „Es gibt noch viel Luft nach oben.“ Sollte diese verweigert werden, befürwortet er finanzielle Sanktionen für die Nehmerländer in der EU, die sich der Solidarität entzögen.

Innenpolitisch votierte er für eine schnelle Integration der Flüchtlinge, weil sie voraussichtlich lange bleiben würden. „Sprache, Sprache, Sprache!“ ist für ihn der entscheidende Schlüssel. Das sei auch „Werbung für unser Land“ im Falle der Rückkehr. „70 bis 80 Prozent der Flüchtlinge wollen zurückkehren, wenn in ihren Herkunftsländern wieder Frieden herrscht“, ist er überzeugt.

Zur Inneren Sicherheit sagte er, Grundlage für das Zusammenleben sei das Grundgesetz. „Wer das nicht mitmacht, hat keine Chance bei uns.“ Entschieden trat er Meinungen entgegen, dass die Kriminalitätsrate steige. Sie entspreche der Normalverteilung. Für ganz wichtig hält er die möglichst rasche Bearbeitung von Asylanträgen und die Klärung des Aufenthaltsstatus. Abschiebungen müssten konsequent umgesetzt werden. Keinerlei Verständnis zeigte für Übergriffe auf Flüchtlingsheime und - unterkünfte. Sie nannte er „unerträglich“. Güntzler: „Es gibt zu viele geistige Brandstifter.“

Arnold von Zepelin, Chef der Johanniter in Göttingen und Experte bei der Betreuung von Flüchtlingen, appellierte an die Anwesenden, sich in der Flüchtlingsarbeit ehrenamtlich zu engagieren. „Dann schaffen wir die Integration.“ Kritik übte er an der Stadt Göttingen, weil sie für die Betreuung einen „relativ sportlichen Personalschlüssel“ ausgewiesen habe.

Zum gestiegenen Unsicherheitsgefühl in Teilen der Bevölkerung sagte der Völkerrechtler Prof. Dr. Dietrich Rauschning (85), man solle sich von sozialen Medien wie Facebook keine Angst einreden lassen, „sondern Selbstbewusstsein zeigen“.

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