Verhaltenshinweise für Spieler

Smartphone-Spiel "Pokémon Go": Hunderte in Göttingen auf Monsterjagd

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Auf der Jagd nach Monstern: Savas Papadopoulos (links) und André Hinze vor dem Gasometer, einem „Pokéstop“ am Maschmühlenweg. Dort gibt es kostenlose Hilfsmittel für das Spiel.

Göttingen. In Göttingen suchen hunderte Spieler mit ihren Smartphones nach kleinen Computer-Monstern.

Savas Papadopoulos und André Hinze leiten eine Facebook-Gruppe für die Fans des neuen Spiels „Pokémon Go“ in der Uni-Stadt.

Fast 700 Mitglieder 

„Vor einer Woche hatte unsere Gruppe gerade einmal fünf Mitglieder. Jetzt sind daraus knapp 700 geworden. Man kann sagen, dass Göttingen im Monster-Fieber ist“, sagt Hinze (26), der als Kind auf dem Nintendo-Gameboy mit den Pokémon in Kontakt kam.

Verbesserungsbedarf 

„Jetzt ist es ein Spiel in einer neuen Dimension, weil man spazieren gehen muss, um bestimmte Ziele zu erreichen“, sagt Papadopoulos (25), der ebenfalls seit seiner Kindheit Pokémon kennt. Er und Hinze sehen dringenden Verbesserungsbedarf. „Insbesondere abends stürzt das Programm öfter ab, weil die Server überlastet sind“, berichtet Papadopoulos. Hintergrund: Zu diesem Zeitpunkt greift die Masse der Spieler aus den USA in „Pokémon Go“ ein.

Online-Karte 

In Göttingen hat sich die Szene nach Beobachtung des Duos, die die Facebook-Gruppe gemeinsam mit Erik Au und Rick Jopp leiten, insbesondere seit der offiziellen Freischaltung des Spiels in Deutschland am Mittwoch dieser Woche rasant entwickelt. Es wird seit dem 6. Juli überhaupt erst angeboten - zunächst in den Vereinigten Staaten sowie in Australien und Neuseeland.

Kampf-Arenen 

Zum Spiel gehören auch Kampf-Arenen. Besonders beliebt ist dabei das Göttinger Gänseliesel, wo sich Mitglieder von den drei Teams Rot, Gelb und Blau untereinander duellieren. Zuvor ist es wichtig, die kleinen Monster zu sammeln. Dafür baut Hinze gerade mit Helfern eine Online-Karte auf, auf der die besten Punkte für die Jagd verzeichnet sind.

Wirklichkeit vergessen 

Nachteil der Sammelwut: Viele Spieler achten nur noch auf ihr Handy und vergessen ein wenig die Wirklichkeit drumherum. Das führte auch schon zu zwei Unfällen: So rannte offenbar ein Nutzer des Spiels am Donnerstag gegen einen Laternenmasten und verletzte sich an der Nase. Das musste auch ärztlich behandelt werden. Gesichert ist ein Autounfall: Ein Spieler aus Kassel nutzte sein Handy am Steuer und fuhr einem Göttinger Spieler, der ebenfalls mit dem Auto unterwegs war, in die Seite.

Probleme mit Müll 

Außerdem kam es zu Problemen durch Spieler, die Müll hinterlassen haben: Auf dem Göttinger Stadtfriedhof an der Kasseler Landstraße wurden Müllreste von einem Schnellrestaurant gefunden.

Verein warnt vor Spiel 

Vor den Folgen des Spiels warnt der Göttinger Verein „Gegen Missbrauch“. Das Spiel schaffe ein suchterzeugendes Belohnungssystem. Außerdem vermischten sich Realität und Spiel.

Nachtwanderung 

In Göttingen soll es an diesem Wochenende eine erste Nachtwanderung zum Thema Pokémon geben. Treffpunkt ist am heutigen späten Samstagabend um 23.30 Uhr am Gänseliesel. „Die Aktion wird allerdings nicht von uns organisiert“, sagt Hinze.

Weitere Gruppen 

Derzeit sind in der Uni-Stadt Facebook-Gruppen für die einzelnen Teams im Aufbau. Außerdem soll es teaminterne Treffen zum Thema Pokémon geben. http://zu.hna.de/pokegoe0716

Verhaltenshinweise für Pokémon-Spieler 

Savas Papadopoulos und André Hinze schreiben derzeit an Verhaltenshinweisen, die unbedingt beim Spielen beachtet werden sollten. Dazu gehören:

• Beim Spielen immer auf die Umgebung, den Verkehr sowie Passanten achten;

• Das Handy nie am Steuer eines Fahrzeugs bzw. auf dem Fahrrad nutzen;

• Keinen Müll hinterlassen, sondern den Müll mitnehmen;

• Respektvollen und ruhigen Umgang untereinander pflegen - nicht laut mit Mitgliedern anderer Teams streiten;

• Privatgrundstücke nicht betreten;

• Keine Pokémon-Jagd auf Friedhöfen. 

Taschenmonster gibt es seit 20 Jahren

Pokémon (Pocket Monsters oder Taschenmonster) kamen 1996 erstmals als Videospiel auf den Markt.

Die Pokémon können laut Online-Lexikon Wikipedia von den Spieler gefangen, gesammelt und trainiert werden. Dem Erfolg des Spieles folgten eine Fernsehserie, ein Sammelkartenspiel, eine große Zahl von Merchandising-Produkten und seit 1998 bisher 17 Kinofilme. Pokémon wurde von dem Japaner Satoshi Tajiri erfunden, der in der Nähe von Tokio aufwuchs.

Mit Pokémon Go wurde nun eine Spielvariante für Smartphones ins Leben gerufen. Das Spiel selbst ist kostenlos. Es können aber Hilfsmittel gekauft werden.

Pokéstop: Hier gibt es wichtige Hilfsmittel umsonst 

Damit man ein Pokemon überhaupt fangen kann, braucht man Pokebälle (rot-weißer Ball im Bild). Kostenlos gibt es die am Pokéstop - einer davon ist am Westeingang des Göttinger Bahnhofs. Viele interessante Orte sind schon zu Pokéstops geworden. Nutzer des Spiels „Ingress“ hatten Fotos samt Infos ins Internet hochgeladen. So kann man eine interaktive Stadtführung machen. 

Pokémon: Sie tauchen auf dem Handy-Bildschirm auf 

Das ist zunächst die wichtigste Aufgabe des Spielers: Er muss die Monster mit einem Ball fangen. Die Phantasiewesen tauchen an unterschiedlichen Orten auf. Dazu kombiniert das Spiel das Bild von der Handykamera mit den Figuren. Es gibt inzwischen mehr als 700 Pokémon, wenn man alle Editionen berücksichtigt. Sie sind in einem eigenen Lexikon, dem Pokédex, zusammengefasst. 

Arena: Kampfplatz für Taschenmonster 

Wer mit den Pokémon genügend Erfahrungen gesammelt hat, darf sich mit seinen Monstern in eine Arena trauen. Die Fabelwesen treten dort in „Kämpfen“ gegeneinander an und bekämpfen sich. Der Spieler fungiert dabei als Trainer seiner virtuellen Schützlinge. Teams müssen versuchen, eine Arena zu erobern beziehungsweise sie gegen andere Spieler zu verteidigen.

Interaktive Karte: Auf virtueller Streife 

Ein Spieler, der in der Stadt nach Pokémon sucht, bekommt eine interaktive Straßenkarte auf einen Smartphone-Bildschirm. Dort werden Pokémon, die eingefangen werden können, sowie Arenen und Pokéstops angezeigt. Der Spieler kann sie so gezielt ansteuern. Dabei legt mancher viele Kilometer zurück. Die werden gebraucht, um beispielsweise virtuelle Pokémon-Eier auszubrüten.

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