Verantwortliche können nicht mehr bestraft werden

Spekulative Wertpapiere: Evangelischer Kirchenkreis verliert 700.000 Euro

Göttingen. Aufgrund von Investitionen in spekulative Wertpapiere hat der evangelische Kirchenkreis Göttingen fast 700.000 Euro verloren.

Die Papiere seien mit Mitteln aus einem Rücklagen- und Darlehensfonds in den Jahren 2007 und 2008 gekauft worden, sagte Johannes Neukirch, Sprecher der hannoverschen Landeskirche, vergangene Woche nach einer Sitzung des Göttinger Kirchenkreistags. Die Landeskirche hatte 2004 ihre Anlagerichtlinien verschärft. Demnach dürfen nur acht Prozent der Beträge in spekulative Papiere investiert werden.

Die Göttinger Investitionen hätten den zulässigen Höchstanteil von risikoreichen Anlagen überschritten, sagte Neukirch. Das landeskirchliche Rechnungsprüfungsamt habe die Unregelmäßigkeiten aus dem Haushaltsjahr 2011 im Jahr 2014 bemerkt und diese dann überprüft.

Vorgang verjährt

„Da die Vorgänge mittlerweile verjährt sind, können die beiden verantwortlichen Personen heute jedoch weder im Hinblick auf Schadensersatzansprüche noch disziplinarrechtlich belangt werden“, erläuterte Neukirch. Der Göttinger Superintendent Friedrich Selter betonte, dass inzwischen streng auf die Richtlinien geachtet werde.

Es gebe zudem verschiedene Überlegungen, wie solche Situationen in Zukunft vermieden werden könnten. Beim Verbleib des Fonds beim Kirchenkreis müsse die Aufsicht und Kompetenz des Kirchenkreisvorstands unterstützt und Kontrollgremien besser verzahnt werden.

Zudem sollten die Anleger künftig mit darüber entscheiden, die Gelder stärker in nachhaltige und ethische Fonds zu investieren, betonte Selter. (epd/mel)

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