Stephan Lohr engagiert sich für Göttinger Literaturherbst

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Literaturherbst-Mitmacher: Stephan Lohr.

Göttingen. Ein Kenner der Szene bastelt mit am starken Programm des Göttinger Literaturherbstes: Stephan Lohr, ehemaliger Leiter der NDR-Literaturredaktion.

Er engagiert sich für die Veranstaltungsreihe in Göttingen - und das als Hannoveraner. 2014 steht der Göttinger Literaturherbst auf der Kippe: Nach dem Tod von „Mr. Literaturherbst“, Christoph Reisner, muss alles neu geordnet, auch ein Geschäftsführer gefunden werden. Der in der Region bekannte Veranstaltungsmanager Johannes-Peter Herberhold übernimmt die Leitung. Seitdem ist auch Stephan Lohr dabei, der zuvor öfter beim Literaturherbst moderiert hat.

Pensionär Lohr, Jahrgang 1950, steigt in die Programmplanung ein, moderiert und bringt ein Pfund mit in die Organisation: Kontakte zu Verlagen und Autoren sowie eine gehörige Portion Erfahrung: Beides ist damals enorm wichtig.

„Der Herbst wurde neu aufgestellt“, sagt Stephan Lohr heute. Das Programm unter Federführung von Herberhold wird seit 2014 ausgeweitet, neue Spielorte für Veranstaltungen kommen hinzu. Das Literarische Zentrum beteiligt sich als Partner, in Person von Gesa Husemann auch bei der Programmplanung. „Dort diskutieren wir hart“, beschreibt Lohr, aber am Ende steht stets ein attraktives Programm.

Große Namen kommen, wie Frank Schätzing oder Günter Wallraff und seit 2014 der Gewinner des Deutschen Buchpreises, der stets wenige Tage nach der Verleihung zuerst in Göttingen liest. „Ich war in der Jury beim Deutschen Buchpreis und wusste, wir müssen auf den Terminplan mit den Auftritten des Gewinners kommen“, sagt Lohr. Das hat geklappt.

Auch bei der Reihe „Science & Arts“ mit der Uni und der Musik-Literatur-Lesung hat Lohr seine Finger im Spiel. So kannte er die Violinistin Carolin Widmann und holte sie 2015 nach Göttingen. Diesmal ist es Cellist Christian Poltera.

Die Vielfalt von der klassischen Lesung bis zum Event in der Reithalle machen den Literaturherbst aus: Stephan Lohr sieht den „Herbst“ deshalb auf einem guten Weg. „Wir sind zukunftsfähig mit einer modernen Ausrichtung und einem vielfältigen Angebot.“

In der Landschaft der Literaturfeste sei Göttingen eine feste Größe. „Sicher, Köln steht über allen, Berlin ist internationaler“, aber danach komme auch Göttingen mit anderen wie Hamburg. „Wir werden wahrgenommen von Verlagen und Autoren.“

Gleichwohl könnte Göttingen große Sponsoren wie in Hamburg vertragen. Zur Absicherung benötige man Geld aus Stiftungen und wenn möglichst auch vom Land, sagt Stephan Lohr, dem der Literaturherbst am Herzen liegt.

Der Literaturjournalist Lohr aus Hannover ist also zufrieden mit der Entwicklung in Göttingen und steigenden Besucherzahlen. Für ihn aber ging der Anstieg fast zu schnell, deshalb tritt er verbal auf die Bremse: „Es geht darum, die Zahl zwischen zehn- und fünfzehntausend zu halten.“ Stephan Lohr, der Unruheständler, jedenfalls will weiter mithelfen, damit das gelingt.

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