150 Teilnehmer bei Forum: Über Inklusion denken viele nach

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Thema Inklusion: Die Leiter der Arbeitsgruppen diskutierten mit den Moderator der Veranstaltung, Andreas Winkel (links).

Göttingen. Zu Beginn des Jahres wurde in Göttingen die Geschäftsstelle Integration bewegen (GIB) eröffnet. Mit der Auftaktveranstaltung ist man auf die Bevölkerung zugegangen, um das Thema Teilhabe in alle sozialen Bereiche des Lebens zu tragen.

Unter dem Motto „Inklusion bewegen“ war der Göttinger Ratssaal im Neuen Rathaus mit 150 Teilnehmern voll gefüllt. Beim ersten Göttinger Inklusionsforum ging es um Bedarfe und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen, aber auch alle anderen, sage Siegfried Lieske, Dezernent für Jugend, Schule und Ordnung. Er machte deutlich, dass Inklusion unbedingt ein „Wir“ erfordere, damit die „Enthinderung“ in allen Bereichen des sozialen Lebens voran komme.

Hilfestellung dabei erhofft sich die Stadt von den interessierten Bürgern und Betroffenen gleichermaßen - alle seien eingeladen, den Inklusionsprozess in Südniedersachsen voran zu bringen, erklärte Klaus Baethge von der Geschäftsstelle Inklusion Bewegen (GIB): „Langfristig soll ein Fahrplan zum einem inklusiven Gemeinwesen erstellt werden, mit genauen Maßnahmenvorschlägen, die dann von der interkommunalen Steuerungsgruppe beschlossen werden könnten.“

Seit Anfang des Jahres gibt es eine Geschäftsstelle, die den Gesamtprozess begleitet, vernetzt, und die Arbeit der Arbeitsgruppen koordiniert. Das Land Niedersachsen fördert das Modellprojekt mit 90.000 Euro. Es gibt zudem fünf Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen. Andreas Südbeck-Bujara von den Göttinger Werkstätten leitet die Gruppe „Wohnen“, die sich unter anderem mit Wohnmodellen der Zukunft beschäftigt. Dort ging es vor allem um Barrierefreiheit, bezahlbaren Wohnraum, Wohnen im ländlichen Raum und darum, die Vielfalt von Wohnformen zu erweitern. (zli)

Kontakt: Klaus Baethge, Geschäftsstelle Inklusion Bewegen (GIB) Gartenstraße 25, 37073 Göttingen, Tel. 0551/384 200 850, E-Mail: k.baethge@goe-we.de

Hintergrund: Fünf Arbeitsgruppen

Beim Thema Inklusion geht es nicht nur um das Thema Wohnen. Das zeigen die Themen der fünf Arbeitsgruppen.

Arbeitsgruppe Arbeit:  Die Arbeitsgruppe möchte sich um die Vernetzung von Vertretern untereinander kümmern, Jobcoaches engagieren, Arbeitgeber gewinnen und ein Haus der Beratung und Bildung schaffen.

Arbeitsgruppe „Wohnen“:  Hier soll es um barrierefreien Wohnraum, gesicherte Finanzierungen, die Kooperation mit Wohnungsbaugesellschaften, aber auch die Barrieren im Kopf, was alternative Wohnformen betrifft, gehen.

Arbeitsgruppe „Mobilität“: Im Mittelpunkt dabei stehen Verkehr und Information (Internet, Druckerzeugnisse), aber auch Erreichbarkeit.

Arbeitsgruppe „Bildung“:  Bei diesem Thema geht es beispielsweise um Schulbegleitung, Übergänge ins Berufsleben, aber auch um lebenslanges Lernen und den Abbau von sprachliche Barrieren (beispielsweise über Gebärdendolmetscher).

Arbeitsgruppe „Freizeit“: Wie können Sport, Kultur und Inklusion zusammen funktionieren? Wie kann Mitmachen-Lassen möglich werden? Kann durch Scouts das Bewusstsein verändert werden und wie können Ehrenamtliche qualifiziert werden? (zli)

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