Tratsch, Kampf und Glück auf der Gymnasium-Bühne

Vorentscheid zum Niedersächsischen Schülertheatertreffen – auch Grundschüler dabei

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Starke Frau: Auszüge aus ihrem Stück „Jeanne d´Arc“ spielten die Elftklässler des Darstellenden Spiels am Theodor-Heuss-Gymnasium.

Göttingen. Viel Theater gab es am Dienstagvormittag im Theodor-Heuss-Gymnasium. Dort präsentierten sich beim Kleinen Festival Theatergruppen aus drei Schule. Sie hoffen auf eine Teilnahme am landesweiten Schülertheatertreffen vom 23. bis 27. März in Wolfsburg.

Und die Theatergruppen der IGS Bovenden, der Albani-Grundschule und des Theodor-Heuss-Gymnasiums können hoffen, dann dabei zu sein. „Hier war einiges Interessantes zu sehen“, zog Jury-Mitglied Ute Schneider am Ende ein vielversprechendes -Fazit.

Das Lob der Geschäftsführerin des Fachverbandes Schultheater/Darstellendes Spiel Niedersachsen jedenfalls haben die jungen Schauspieler, ungeachtet einer möglichen Qualifikation für das Treffen in Wolfsburg, in der Tasche.

„Beachtlich, was hier gezeigt worden ist“, bilanzierte auch Klaus Schlegel, Organisator und Lehrer am Theodor-Heuss-Gymnasium. Er betonte auch, dass – obwohl nur drei Gruppen am Start – eine große Bandbreite, auch beim Alter, zu sehen war: die Akteure waren acht bis 16 Jahre alt.

Den Auftakt machten die elf Schülerinnen der Albani-Grundschule. Sie spielten eine Adaption des Cornelia-Funke-Romans „Glücksfee“ – und bekamen in der sehr gut besuchten THG-Aula viel Applaus.

„Es ist ein Riesenerlebnis für die Kinder auf der großen Bühne, vor so vielen Zuschauern zu stehen“, sagte die Lehrerin und Leiterin der Albani-Theatergruppe, Mechthild Meyer.

Nach der Umbaupause enterten 15 Schauspieler und -spielerinnen einer 8. Klasse der IGS Bovenden die Bühne mit einem ewig zeitgemäßen Thema: „Klatsch, Trasch, Lästern“. Sie versuchten, die uralte Frage zu klären, wer wann warum über andere Menschen herzieht. Umgesetzt wurde das – bemerkenswerterweise – in wenigen Worten, dafür aber mit viel Einsatz, Musik und Bewegung.

Zum Schluss der Auftritt der Gastgeber: Der Kurs „Darstellendes Spiel“ der 11. Klasse präsentierte Auszüge aus einem zeitgemäß aufbereiteten Klassiker von Jean Anoilh um eine starke Frau: „Jeanne d´Arc“. Und das war wirklich modern: Originaltexte in kurzen Zwiegesprächen, eigene Texte dazu von immer anderen Jeanne-Darstellerinnen im Video-Blog und Tanz-Choreographien hinterließen Eindruck im Publikum. Wie sagte die moderne Jeanne auf der Video-Wand: „Hey ich bin´s wieder!“ und: „Es ist Mut, zu wissen, dass man Angst hat, und es trotzdem zu tun.“

Mutig waren am Dienstag alle, die auf der THG-Bühne standen. „Sie entwickeln ein Selbstbewusstsein, das sonst nicht zu erahnen ist. Für manche ist das Therapie“, sagte Albani-Lehrerin Mechthild Meyer. „Sie verbessern die Sprache und Körpersprache – das hilft auch später bei Bewerbungen und Prüfungen“, beschreibt Klaus Schlegel.

Mutig gingen die Akteure dann auch in die Werk-Gespräche mit den Juroren. Dabei sprachen sie auch über ihre Stücke, Empfindungen und Leistungen – und lernten auch dabei sicher viel. (tko)

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