Nur zehn Prozent der Deutschen begeistert sich für Kulinarisches

Uni-Studie: Mehr Kochmuffel als "Foodies" in Deutschland

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Kochen und danach ein Bier: „Foodies“ sind begeisterte Köche und genussorientierte Menschen. Eine Studie der Uni-Göttingen befasste sich jetzt mit den Thema Köche in Deutschland. 

Göttingen. Nach einer Studie der Universität Göttingen begeistern sich zehn Prozent der deutschen Bevölkerung für kulinarische Erlebnisse, und die Zahl dieser „Foodies“ wächst. Aber: Noch mehr sind Kochmuffel. 

In der Mehrzahl sind die Deutschen zwar interessierte, aber oft auch funktionale Köche.

Die Studie des Lehrstuhls „Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte“ arbeitet nach einer empirischen Erhebung auch erstmals Charaktereigenschaften der Foodies heraus. Sie verbinden mit dem Konsum hochwertiger Lebensmittel einen neuen Lebensstil, kochen leidenschaftlich gerne und geben deutlich mehr Geld für Nahrungsmittel aus als andere Konsumententypen.

Foodies haben ein ausgeprägtes Genussempfinden und wollen sich selbst verwirklichen – auch durch diese Leidenschaft. Mit ihrer Begeisterung für Lebensmittel bilden sie ihre Identität aus. „Die Foodies springen so auf Mega-Trends wie Gesundheit und Individualisierung auf“, sagt Hauptautorin Dr. Sarah Hemmerling.

Die meisten Foodies halten mit ihrer Begeisterung nicht hinter dem Berg: Sie knüpfen Verbindungen und betreiben eine Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken – gerne durch das Posten von Lebensmittel-Fotos auf Instagram, nutzen zudem das Internet, um sich fortzubilden und Wissen zu teilen. Aber: Viele Foodies überschätzen ihr Wissen zu Lebensmitteln und Ernährung, wie Prof. Achim Spiller sagt. „Sie möchten Experten sein, als solche angesprochen werden, sie sind es aber nicht immer.“

Gegenpol zu den Foodies sind die Ernährungsfunktionalisten, etwa 19 Prozent der Deutschen, die Lebensmitteln und Kochen wenig Bedeutung beimessen. 16 Prozent aller Deutschen sind sogar Kochmuffel. Dazwischen liegen die nicht begeisterten Gewohnheitsköche (15) und die Ernährungsinterressierten (20). 19 Prozent sind „Light Foodies“ – angehende Foodies.

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