Vorrang für Ostroute

Widerstand gegen Suedlink wächst: Göttinger Rat verabschiedet Antrag

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Grabemaschine: Mit dieser Technologie werden Erdkabel verlegt. In Göttingen wächst der Widerstand gegen Suedlink. 

Göttingen. Der Widerstand gegen die geplante Gleichstrom-Höchstspannungstrasse Suedlink, die durch die Landkreise Göttingen und Northeim führen soll, wird stärker.

Der Göttinger Stadtrat hat einstimmig einen Dringlichkeitsantrag gegen die Bündelung von Trassen westlich der Uni-Stadt verabschiedet.

Scherer: Starkes Zeichen

CDU-Fraktionschef Dr. Hans-Georg Scherer hatte den Antrag eingebracht. Dass alle Fraktionen den Vorstoß unterstützen, ist aus seiner Sicht „ein ganz starkes Zeichen“. Es sei wichtig, dass sich Göttingen gemeinsam wehrt, um nicht zum „Leitungsklo“ zu werden.

Massive Bedenken

Der Rat der Stadt Göttingen fordert in dem Entschluss den Oberbürgermeister auf, „umgehend die massiven Bedenken der Stadt gegen eine Bündelung der Hochspannungsleitungen Wahle-Mecklar und Suedlink auf dem westlichen Stadtgebiet in das Planungsverfahren einzubringen“. Hintergrund: Die „drohende Überbündelung von Trassen“ beschneidet aus Sicht des Rates die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten des Oberzentrums Göttingen mit seinen westlichen Stadtteilen in unzumutbarer Weise.

Flächenutzungsplan

Der neue Flächennutzungsplan der Stadt reicht laut Resolution bei der konkreten Wohnraumplanung zunächst nur bis zum Jahr 2030. „Darüber hinaus benötigt die aufstrebende Universitätsstadt aber langfristig deutlich mehr Flächenreserven, die nun auf unabsehbare Zeit durch die Leitungskorridore beschnitten werden“, heißt es weiter. Zudem überdecke der jetzt vorgestellte Planungsraum den Ortsteil Hetjershausen fast vollständig und schneidet die Wohngebiete von Esebeck, Elliehausen und Groß-Ellershausen. „Dies wird bei der Feinplanung zwangsläufig dazu führen, dass die endgültige Trasse extrem wohnortnah geführt werden muss“, befürchten die Ratsmitglieder.

Vorrang für Ostroute

Nach Auffassung der Stadt Göttingen sollte einer Trassenführung östlich des Stadtgebiets „eindeutiger Vorrang“ eingeräumt werden.

Zwei Varianten

Zwei mögliche Hauptrouten werden für Suedlink durch den Landkreis Göttingen vorgeschlagen. Die erste Variante führt aus dem Bereich Nörten-Hardenberg kommend westlich an Göttingen, Rosdorf und Friedland vorbei und weiter in den Werra-Meißner-Kreis. In der zweiten Variante kommt die Stromtrasse aus dem Bereich Katlenburg-Lindau und führt über Duderstadt nach Thüringen.

Infos zum Trassenverlauf

In der aktuellen Beteiligungsphase können Interessierte bis zum 29. November ihre Hinweise abgeben. Weitere Infos zum Trassenverlauf gibt es auf dieser Internetseite

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