Betriebsrat moniert öffentlich Abrechnungen und fehlende Nachweise

Wirbel in Göttinger VHS um Reisekosten des Geschäftsführers

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Repräsentatives Gebäude: Die Volkshochschule (VHS) Göttingen-Osterode verfügt neben der Lokhalle am Bahnhof in Göttingen gelegen über ein modernes Lehr- und Verwaltungsgebäude.

Göttingen. Unruhe in der Volkshochschule (VHS) Göttingen-Osterode: Der Betriebsrat bemängelt Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung von Auslagen in der Geschäftsführung.

Es geht um Reisekosten und die Nutzung der Firmen-Kreditkarte für private Zwecke.

Der Vorwurf  

Über die Firmenkreditkarte seien seit April 2015 getätigte Ausgaben etwa für Hotelaufenthalte auf Mallorca und in Amsterdam sowie für eine Fluggesellschaft nicht belegt worden, heißt es in einem unserer Zeitung vorliegenden Schreiben des Betriebsrates an den VHS-Aufsichtsrat.

Die Folgen 

Kolleginnen aus der Buchhaltung und der Personalsachbearbeitung haben demnach mit „Gefährdungsanzeigen“ und einer Beschwerde an den Betriebsrat über die Vorgänge informiert. Die Mitarbeiterinnen hätten sich „erheblicher psychischer Belastung ausgesetzt“ gesehen und seien unsicher gewesen, ob durch sie vorgenommene Buchungen zugunsten der Geschäftsführung rechtmäßig gewesen seien.

Die Reaktion 

Laut Betriebsrat hat die Geschäftsführung die Gefährdungsanzeigen erst als berechtigt anerkannt, nachdem ihm mit der Einsetzung einer Einigungsstelle gedroht worden sei. Allerdings seien auch jetzt noch nicht alle Fragen beantwortet. Die offenen Summen seien inzwischen allerdings beglichen worden.

Die Forderung 

Der Aufsichtsrat wird in dem Brief des Betriebsrats auch gebeten, „klare Vorgaben für die Nutzung der geschäftlichen Kreditkarte zu formulieren“.

Aufsichtsrat: Keine Beweise 

Der Aufsichtsratsvorsitzende und Kreisrat Marcel Riethig wollte auf Anfrage keine konkreten Angaben zum Sachverhalt und den Vorwürfen machen. „Das könnte zum Nachteil sowohl des Beschuldigten als auch der Gefährdungsanzeigensteller sein.“ Er sagte aber auch: „Zum jetzigen Zeitpunkt liegen mir keine Beweise vor, dass der erweckte Eindruck, der Geschäftsführer habe der Gesellschaft geschadet, zutrifft.“

Erst Prüfung 

Riethig kündigt an, dass der Sachverhalt vom Aufsichtsrat und externen Prüfern untersucht und aufgeklärt werden soll. Vorher will er keine Bewertung abgeben. „Wir warten für eine Bewertung den Ausgang der Prüfung ab und werden die entsprechenden Konsequenzen daraus ziehen.“

Schaden abwenden 

Am 29. September findet eine Aufsichtsratssitzung statt, in der die Ergebnisse der Prüfung vorgestellt werden. Die Gesellschafter würden mit allen Kräften versuchen, Schaden für die VHS zu vermeiden“.

Zusammenarbeit gefordert 

Riethig wünscht sich, dass die Beteiligten zu einer sachorientierten Zusammenarbeit zurückkehren. „Der jetzige Umgang miteinander darf – zum Wohle der VHS und ihrer Beschäftigten – in dieser Form auf keinen Fall fortgesetzt werden.“

Fragwürdiges Vorgehen 

Grundsätzlich kritisiert Marcel Riethig die Art und Weise des Vorgehens der VHS-Mitarbeiter: „Es sollte bekannt sein, dass sich der Geschäftsführer nicht äußern darf und damit wehrlos ist. Entweder haben die Betroffenen selbst diese Information weitergegeben, dann wäre das feige und in höchstem Maße illoyal. Oder diese Informationen wurden durch andere Beschäftigte oder deren Vertretung an die Presse weitergegeben. Dann soll hier wohl offenkundig die Geschäftsführung geschädigt werden, dazu scheint jedes Mittel recht. Das wäre im höchsten Maße unredlich und unanständig“, sagt das Aufsichtsratsmitglied. Der Geschäftsführer war für eine Stellungnahme telefonisch am Donnerstagnachmittag nicht zu erreichen. (tko/rpl)

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