Zara Larsson: Mit 18 wie eine Große - am Ende tanzt der Saal

Wow! Welch´ Frau, welch´ Finale: Zara Larsson riss die Fans in der Stadthalle Göttingen beim NDR-2-Soundcheck am Freitagabend mit. Foto: Harald Kuhl

Göttingen. Warum waren nur so viele Jungs im Publikum? Die Frage beantwortet sich in zwei Wörtern von selbst: Zara Larsson.

Blond, hübsch, langbeinig und mit viel Stimme bringt sie beim „Soundcheck“ am Freitag die Stadthalle am Ende zum kollektiven Mittanzen.

Doch zurück zum Anfang: Den bieten bummernde Bässe und im ersten Stück „Never Forget You“ überrissene Höhen, die die glasklare Stimme Larssons nicht erkennen lassen. Doch es wird besser: Alle Mixer in der Stadthalle, dem Kachelofen, haben dieses Problem, viele bewältigen es.

Optisch passt sofort alles, vier Tänzerinnen wirbeln in weißen Shorts und Blusen über die Bühne. Zentrum vieler Tanzfiguren ist aber Zara. Ausgestattet mit endlos langen Beinen, noch optisch verlängert durch eine weite, lange Glitzerhose. Darüber ein freier Bauchnabel, die weiße, geknotete Bluse. Das reicht.

Dann haut Zara gleich den nächsten Hit heraus. „Bad Boys“ war 2013 nur in Schweden erfolgreich.

In nur drei Jahren hat es die 18-Jährige zu weltweiter Bekanntheit geschafft. Im Juni noch befeuert durch ihren Auftritt zum Start der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich, als sie mit David Guetta „This one´s for You“ performt – vor einem riesigen Millionen-Publikum.

Die Stadthalle in Göttingen ist fast voll. Und Zara umschmeichelt das Publikum so, wie es die ganz großen Stars tun: mit Kusshändchen und einem „I love You All!“

Bei einem jungen Herrn kommt das besonders an: Er hält ausdauernd direkt vor der Bühne, direkt vor Zara ein großes Pappschild hoch: „Hug Me!“ Umarme mich!

Zara wiederum hat ihr Publikum fix im Griff – aber auch durch Dance-Floor-Beats und einen manchmal allerdings zu starken Synthesizer-Sound-Teppich, der, wie gesagt, die Stimme drückt.

Viele im Publikum sind gleichalt oder jünger als die Sängerin, ihr Star. Und sie kennen die Texte der Songs. Es folgen: Ain´t my Fault, Rooftop und She´s not me. Bei der Ballade herrscht zu viel Gequatsche in der Halle. Schade, denn hier und bei Uncover, einer Hammer-Ballade und dem vorletzten Stück in dem einstündigen Konzert, ist die Vielfalt, die Eigenheit, das Besondere von Larssons Stimme am besten zu hören.

Das Ende ist schlicht genial, es ist das Stück, bei dem niemand – ob 6 oder 60 – ruhig sitzen kann: Lush Life. Und das ist live noch viel besser, mitreißender. Die Band spielt es mit viel Lust und klarer Power. Die Sängerin hat sich längst frei gesungen. Der Saal tanzt.

Zara Larsson wird ihren Weg weitergehen. Nach oben. Wenn, ja wenn, sie nicht abhebt und Material wie Lush Life singen und performen kann. Die Stadthalle in Göttingen wird dafür aber bald sicherlich ein zu kleiner Rahmen sein.

Ach ja: Am Ende gibt´s noch ein Büchlein von Fans für Zara, die noch einmal kurz zum Verehrer mit dem „Hug-Me-Schild schaut. Dann geht sie von der Bühne – cool, wie eine Große. Mit gerade mal 18 Jahren.

Göttingen ist drei Tage lang die Soundcheck-Stadt

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