Göttingen: Prozess beginnt nach Großbrand in Chemikalienlager in Industriegebiet

    • aHR0cDovL3d3dy5obmEuZGUvbG9rYWxlcy9nb2V0dGluZ2VuL2dvZXR0aW5nZW4tcHJvemVzcy1iZWdpbm50LW5hY2gtZ3Jvc3NicmFuZC1jaGVtaWthbGllbmxhZ2VyLWluZHVzdHJpZWdlYmlldC0yNzExMjQ4Lmh0bWw=2711248Nach Brand: Chemiker muss mehr als 10.000 Euro zahlen0true
    • 22.01.13
    • Göttingen
    • 25
    • Drucken
    • T+T-
Illegales Chemikalienlager - Bewährungsauflage für Haftstrafe

Nach Brand: Chemiker muss mehr als 10.000 Euro zahlen

    • recommendbutton_count100
    • 5
    • 3

Göttingen. Nach einem Großbrand in einem illegalen Chemikalienlager hat das Amtsgericht Göttingen am Dienstag einen Unternehmer zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten.

© HNA/Archiv

Grüner Bachlauf: Durch den Großbrand in einem Industriegebiet in Göttingen kam es zu der Verfärbung, weil Löschwasser hineingelaufen war.

Der Grund: Vorsätzlicher unerlaubter Umgang mit gefährlichen Stoffen und Abfällen sowie fahrlässiger Gewässerverunreinigung. Die Strafe für den Chemiker wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Der bereits einschlägig vorbestrafte Angeklagte hatte in der Halle ohne Genehmigung zahlreiche stark wassergefährdende, giftige und entzündliche Stoffe gelagert. Bei dem Brand im März 2012 waren durch das Löschwasser Schwermetalle und krebsfördernde Chlorverbindungen (PCB) in angrenzende Gewässer gelangt.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten gefordert hatte. Der Angeklagte habe nach seiner ersten Verurteilung „nahtlos weitergemacht“, sagte der Staatsanwalt. Die Verteidigung hatte auf ein Jahr Freiheitsstrafe plädiert.

Der Chemiker war bereits 2007 durch einen Umweltskandal in die Schlagzeilen geraten. Er hatte als Geschäftsführer einer Recyclingfirma jahrelang in einer angepachteten Halle in Fredelsloh (Kreis Northeim) ein illegales Chemikalien-Lager betrieben, in dem mehrere hundert Tonnen giftiger, explosionsgefährlicher und hochentzündlicher Stoffe und Giftmüll völlig unsachgemäß und teilweise unverschlossen auf engstem Raum gelagert waren. Das Amtsgericht Northeim hatte ihn deshalb zu einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu je 80 Euro verurteilt.

Nach Angaben des Angeklagten stammte ein großer Teil der in Göttingen gelagerten Chemikalien aus dem früheren Lager in Fredelsloh. Die Einlagerung sei mit Zustimmung des Gewerbeaufsichtsamtes vorgenommen worden. Später seien dann weitere Abfälle hinzugekommen, ohne dass er die Behörde darüber informiert habe. Darunter befanden sich nach den Ermittlungen der Polizei mehr als 180 Liter Flusssäure. Dies ist ein äußerst gefährliches stark ätzendes Kontaktgift.

Als strafverschärfend wertete das Gericht das Verhalten des Angeklagten nach dem Ausbruch des Großfeuers. Der Chemiker war damals am Brandort erschienen, hatte aber keine näheren Angaben darüber gemacht, welche gefährlichen Stoffe dort gelagert waren. Damit habe er die Gesundheit der Feuerwehrleute gefährdet, warf ihm der Richter vor.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war es nur einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass keine Feuerwehrleute zu Schaden kamen. Zu seinen Gunsten wertete das Gericht das Geständnis. Dies kam allerdings nur zögernd.

Zu Beginn der Verhandlung hatte der Angeklagte noch bestritten, für die Gewässerverunreinigung verantwortlich zu sein. Als Bewährungsauflage muss der Chemiker 10.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Außerdem verpflichtete das Gericht den Angeklagten dazu, mit dem möglichen Erlös aus dem Verkauf hochwertiger Materialien der Stadt Göttingen die Kosten der Ersatzvornahme zu erstatten. Die Stadt hatte nach dem Brand ein Spezialunternehmen mit dem Transport, der Zwischenlagerung und der Entsorgung der in der Halle gelagerten Stoffe beauftragt und ihm hierfür die Kosten in Rechnung gestellt. (pid)

Archiv-Fotos: Großbrand im Industriegebiet

zurück

vor

Archiv-Video: Feuer in Göttinger Industriegebiet

zurück zur Übersicht: Göttingen

Kommentare

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.