Goldkorn und Junges Theater: Rückenwind für Lokal "Francis Drake"

Nach Umbau: Klaus Hausmann (links) von Goldkorn betreibt das „Francis Drake“ - das neue Bistro im KAZ/Jungen Theater (JT) am Wochenmarktplatz in Göttingen. Das Lokal wurde umgebaut, auch mit Hilfe des Jungen Theaters und Intendant Nico Dietrich. In der Mitte ist die Mitarbeiterin Josephin Lublow zu sehen. Foto: Kopietz

Göttingen. Die Gastronomie im Otfried-Müller-Haus, wo KAZ und Junges Theater ihre Räume haben, ist neu am Start. Der Pächter „Goldkorn“ will unter dem neuen Namen „Francis Drake“ an alte Zeiten anknüpfen.

Sir Francis Drake war ein Erfolgstyp, wurde vom Schiffsjungen zum britischem Vize-Admiral, war ein nicht immer zimperlicher Freibeuter, Entdecker und schließlich erster englischer Weltumsegler. Erfolgreich soll auch das Lokal an dem traditionsreichem Ort am Wochenmarktplatz in Göttingen sein, das nach ihm benannt worden ist. Es soll an alte, starke Zeiten wie noch in den 1980-er und 90er-Jahren anknüpfen, als an warmen Abenden der halbe KAZ-Platz mit Bierzeltgarnituren voll gestellt war.

„Ich kenne das noch, es hat mir immer sehr gut gefallen“, sagt Klaus Hausmann, Geschäftsführer des als Catering-Unternehmen gestarteten Goldkorn, das auch gegenüber das Lokal Neun betreibt. Die Goldkörner wollen die KAZ/JT-Gastronomie nach dürftigen Jahren und Pächterwechseln wieder in besseres Fahrwasser bringen.

Zügig voran ging es schon einmal bis zur Eröffnung. Quasi in Rekordzeit wurde unter vollen Segeln gearbeitet: Der Schank- und Gastraum umgebaut – samt Theke, Tischen und Stühlen sowie Beleuchtung, Deko-Accessoires und Farbgebung.

So sind die Lampen besonders, weil alt und alle Einzelstücke. An einer roten Wand hängen Euro-Paletten. Sie sind Halterung für Beleuchtung und gleichzeitig Blickfang mit Blumenkästen. „Wir haben alles umgekrempelt“, sagt Hausmann und freut sich, dass auch Hilfe vom Jungen Theater kam. Der Umbau in knapp sechs Wochen wurde in Teamarbeit gestemmt.

So soll es weitergehen: Gaststätte und Theaterspielstätte wollen sich unterstützen und voneinander profitieren. Die Bedingungen sind einzigartig: Geht der Gast aus der Kneipe durch eine Tür, dann steht er direkt im Foyer des JT. „Der Weg in den Saal ist kurz – und zurück ebenfalls“, sagt Intendant Nico Dietrich, der die guten alten KAZ-Kneipe-Zeiten aber nicht mehr kennt.

Daran erinnern derweil alte, großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien an den Wänden. Sie künden von bekannten JT-Stücken und Schauspielern, die dort spielten. Die Fotos wurden im Archiv entdeckt, vergrößert und aufgehängt. „Es ist hier wie ein öffentliches Wohnzimmer“, sagt Dietrich.

Eine Reminiszenz an früher findet sich auch in der Speisekarte: Es gibt wenige und einfache Gerichte, natürlich auch die obligatorische Curry-Wurst. Und: Gäste, die draußen sitzen, erhalten bei Bestellung eine Nummer. Diese wird ausgerufen, wenn das Gericht fertig ist. „So war es schon damals“, sagt Geschäftsführer Klaus Hausmann, Geschäftsführer des Gastro-Unternehmens Goldkorn. „Dieses Ausrufen und Abholen hatte immer etwas Besonderes, deshalb machen wir das wieder.“

Im Übrigen gibt es auch einen Mittagstisch und natürlich Kaffee. (tko)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.