Schäden werden weiter untersucht

AKW Grohnde bleibt abgeschaltet

Die Kühltürme rauchen nicht: Das Atomkraftwerk Grohnde ist abgeschaltet worden, nach einem Schaden an einer Kühlpumpe. Foto: dpa

Grohnde/Göttingen. Das Anfang April heruntergefahrene Atomkraftwerk Grohnde (Kreis Hameln-Pyrmont) bleibt für voraussichtlich vier weitere Wochen vom Netz.

Der bei Revisionsarbeiten festgestellte Schaden an einer Kühlpumpe mache weitere Untersuchungen über die Ursache und die Auswirkung auf die Anlage notwendig, teilte das Niedersächsische Umweltministerium am Dienstag mit. Das erforderliche Untersuchungsprogramm werde durch Mitarbeiter des Umweltministeriums und externe Sachverständige eng begleitet.

Der Betreiber des AKW, der Energiekonzern E.on, erklärte, die betroffene Pumpe habe sich während einer wiederkehrenden Prüfung nicht einschalten lassen. Der Schaden mache auch aus Sicht des Unternehmens „vorsorglich weitergehende umfangreiche Inspektionen“ erforderlich. Die jährliche Anlagenrevision dauert im Normalfall nur rund zwei Wochen.

Für Atomkraft-Gegner ist das Wasser auf die Mühlen: Immer wieder würden im AKW Grohnde Störungen und Defekte festgestellt, sagte Karsten Schmeißner von der Regionalkonferenz Grohnde abschalten!. Das sei besorgniserregend und müsse die niedersächsische Atomaufsicht endlich alarmieren, entsprechende Maßnahmen anzuordnen.

Bereits im vergangenen Zeit hatte es im gleichen Zeitraum eine Abschaltung gegeben. Damals für drei Woche. Bei der Revision war ein defektes Rohr entdeckt worden.

Das Atomkraftwerk Grohnde, das im Februar 1985 ans Netz ging, ist mit einer Netto-Leistung von 1360 Megawatt eines der größten in Deutschland. Spätestens zum 31. Dezember 2021 soll es dauerhaft abgeschaltet werden. In dem Atomkraftwerk sind etwa 350 Mitarbeiter beschäftigt. Seit 1985 wurden mehr als 200 meldepflichtige Störereignisse bekannt.

Um den Bau gab es jahrelang Proteste mit massiven Auseinandersetzungen zwischen Atom-Gegnern und Polizei.

Am Ostermontag 2011 fanden sich aus Anlass des 25. Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl nach Polizeiangaben 5000 Demonstranten am Atomkraftwerk ein, der Veranstalter spricht von bis zu 20.000 Demonstranten. Sie umzingelten den 2200 Meter langen Zaun um das Atomkraftwerk.

Göttingen ist 66 Kilometer Luftlinie von Grohnde entfern. (epd/tko)

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