Großer Widerstand gegen sogenannte Mahnwache des rechten Freundeskreises

Aktionen am Freitag: Mehrere Gruppen wollen gegen eine sogenannte Mahnwache des rechtsextremen Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen demonstrieren. Foto: ysr

Göttingen. Gegen die vom rechtsextremen Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen geplante sogenannte Mahnwache am Freitag, 19. August, formiert sich immer größerer Widerstand.

Laut Stadtverwaltung soll die Aktion auf einem abgesperrten Sektor im östlichen Teil des Bahnhofsvorplatzes stattfinden. Die Gruppe hatte ihre Veranstaltung für den Albaniplatz angemeldet.

Die das „Göttinger Bündnis gegen Rechts“ sowie die Grüne Jugend rufen zu Protest und Widerstand auf. Der Freundeskreis will sich ab 19.30 Uhr treffen. Die zentrale Gegenkundgebung beginnt laut Stadtverwaltung am Freitag ab 17 Uhr am Bahnhof in Göttingen.

Der evangelische Kirchenkreis mit Superintendent Friedrich Selter lädt aus diesem Anlass in St. Albani um 20 Uhr zum Bittgottesdienst „Für Frieden und Nächstenliebe“ ein.

Auch zwei weitere, vom DGB angemeldete Veranstaltungen auf dem Markt und auf dem Platz der Synagoge werden laut Stadtverwaltung bestätigt. Weitere Gegenveranstaltungen soll es am Freitagabend durch die SPD auf dem Albaniplatz, durch die Antifa Linke auf der Bahnhof Ostseite, vor dem Roten Zentrum an der Lange Geismar Straße und durch die Piraten auf dem Hiroshima-Platz geben. Vier weitere Anmeldungen von kleineren Gegenveranstaltungen vor allem in der östlichen Innenstadt werden derzeit noch bearbeitet.

Erfolg für Bündnis

„Wir blicken mit Freude auf den Erfolg letzter Woche zurück, als wir den Nazis den Bahnhofsplatz nicht widerstandslos überlassen haben. Wir werden uns auch zukünftig diesem Gedankengut entgegenstellen, ohne Wenn und Aber, gradlinig und offen“, sagt Christoph Lehmann, SPD-Stadtverbandssprecher und einer der zahlreichen Anmelder.

Das Göttinger Bündnis gegen Rechts habe erst vergangenes Wochenende mit einer politisch vielfältigen, bunten und friedlichen Platzbesetzung am Bahnhof sowie einer teilnehmerstarken Gegenkundgebung den Rechtsradikalen um NPD-Landratskandidat Jens Wilke Grenzen aufgezeigt, heißt es in einer Mitteilung.

„Göttingen hat gezeigt, dass rechte Gruppierungen und ihr menschenverachtendes Ansinnen hier unerwünscht sind und auch bleiben. Daher zählen wir auf unsere geschlossene Stärke im Bündnis und freuen uns auf einen lautstarken und bunten Störprotest. Aus unserer Sicht gibt es kein Recht auf Nazireden“, ruft Bündnissprecher und DGB-Regionsgeschäftsführer Lothar Hanisch zur Beteiligung am Protest gegen den Freundeskreis auf.

Geschichtlich ist der Albaniplatz unter anderem mit der Bücherverbrennung 1933 und der Gleichschaltung unter nationalsozialistischer Herrschaft verknüpft.

Demonstrationszug

Unterdessen hat der NPD-Unterbezirk Göttingen für Samstag, 10. September, also einen Tag vor der Kommunalwahl, einen Demonstrationszug vom und zum Schützenplatz als Kundgebungsplatz mit Zwischenkundgebungen auf dem Markt und vor dem Jugendzentrum Innenstadt angemeldet.

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