Großes Finale "Musikszene Deutschland" in der ausverkauften Lokhalle.

Als alle in der Lokhalle mitsangen: Max Giesinger schaffte es, den Saal zum Singen zu bringen – zu „80 Millionen“, seinem ersten großen Hit, den er bei Musikszene Deutschland zum Abschluss des NDR2-Soundcheck-Festivals anstimmte. Foto: Harald Kuhl

Göttingen. Finale des NDR2-Soundcheck-Festivalsmit „Musikszene Deutschland“ in der Lokhalle. Es wurde ein heißer und langer Abend.

Das Spektakel dauerte drei Stunden und ging diesmal ohne weibliche Stars über die Bühne: Topic, Philipp Poisel, Tim Bendzko, Max Giesinger, Gentleman, und Mark Forster hatten zunächst nicht gerade Tempo-Musik erwarten lassen. Aber: Es wurde alles andere als ein von Kuschelsongs dominierter Abend, moderiert vom – etwas drögen – Moderatoren-Duo: Holger Ponik und Ilka Petersen.

Topic

Doch der Reihe nach: Erster am Start auf der riesigen Bühne war der DJ Topic. Der ist 24 Jahre jung und heißt mit Vornamen Tobias. Unscheinbar ist sein Äußeres und unscheinbar ist der Auftritt hinter dem Mischpult. Seine nicht allen im Saal bekannten Hits Fly Away und Home sowie die neue Single Fly Away, fein gesungen von Jack Reese, aber sorgen dafür, dass sich das Publikum eingrooven kann.

Philipp Poisel

Philipp Poisel ist für gefühlvolle Musik und durchaus feine Liedtexte bekannt und dafür, dass ihm Stargehabe fremd ist, ebenso Glitzerkleidung: Eine alte Jeansjacke, ein ausgeleiertes Shirt und Jeans müssen genügen, auch wenn 7000 in der Halle und einige Hunderttausend später in der Nacht im Dritten NDR-Fernsehen zuschauen. Poisel reißt zwar nicht mit, aber viele Fans sind textsicher und am Ende gibt es einen warmen Applaus, auch von denen, die ihn nicht kannten.

Max Giesinger

Max Giesinger, dem Senkrechtstarter, ist es vorbehalten, kollektive Begeisterung hervorzurufen: Giesinger, der – ein wenig zu – gerne über seinen überraschenden, wie kometenhaften Aufstieg vom Straßenmusiker zu einem Star der deutschen Popmusik-Szene erzählt, weiß, wie es geh t zu bewegen – körperlich und gedanklich: Hinhocken! Aufstehen! Hüpfen! „80 Millionen“, der Mega-Hit, bewegt dann alle: Der ganze Saal singt den Refrain. Und dann, unplugged, sogar das Publikum den Text, die Band den Refrain. Ein großer Moment. Dank Giesinger, bei dem auch Gesang und Sound in der Halle perfekt stimmten.

Tim Bendzko

Noch mehr für das Auge und die Ohren gab es dann mit Tim Bendzko. Auch das war nicht unbedingt zu erwarten. Bendzko war schon einmal beim Soundcheck. Damals vor vier Jahren war es langweiliger. Jetzt ist Tim immer noch so freundlich, ein netter Junge von nebenan, aber deutlich gereift. Musikalisch läuft er mit neunköpfiger Band auf – darunter Cellistinnen und Streicherinnen. Der Sound ist fett, schon bei der neuen Single, „Keine Maschine“. Ein Text der Programm ist. Denn alles ist handgemacht, die neue Platte, die Musik auf der Bühne. So überrascht Bendzko mit fetten, interessanten Versionen der Hits „Nur noch kurz die Welt retten“ (Funky!) und „Dieser Tag“, das fulminant endet. Riesenjubel.

Gentleman

Gentleman macht andere Musik. Mit DJ-Rhythmen zwischen Hip-Hop, Rap und vor allem Reggae sowie zwei Sägerinnen treibt er immer wieder “Göttingen“ an. Mit Erfolg: Die Leute in der Halle grooven, singen mit Gentleman, der im Publikum unterwegs ist, dann hüpft fast jeder in der alten Industriehalle und schließlich liefert er mit Marleys „Redemption Song“ einen Gänsehautmoment.

Vincent Weiss

Vincent Weiss ist 23 und Newcomer. Er darf für einen Song ran: „Musik sein“ kommt an.

Mark Forster

Mark Forster Aufstieg war nicht minder rasant als der Giesingers. Damals, vor zwei Jahren, sang er hier ganz am Anfang, durfte dann nochmal mit Sido im Duett umjubelten „Au Revoir“ singen.

Jetzt ist er wieder da und der Headliner, worüber er sich riesig freut. Forster ist ein offener Mensch und hat sich musikalisch noch stärker entwickelt als Tim Bendzko: Forster steht mit neun weiteren Musikern auf der Bühne, darunter ein Bläser-Trio. Ergebnis sind kraftvolle Versionen auch älterer Songs wie „Au Revoir“ – da tanzten sogar die Sound-Mixer – und „Flash mich“.

Mark Forster wird am Ende völlig zurecht abgefeiert, von einem tollen und nicht kaputtzukriegenden Lokhallen-Publikum.

Finale beim NDR2-Soundcheck-Festival

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