Gruppen wollen Leerstand in Göttingen bekämpfen: Aktionen gegen Wohnungsnot

Hier fing alles an: Im November besetzten Aktivisten das frühere Gewerkschaftshaus an der Oberen Maschstraße in Göttingen. Unterstützung erhalten sie am Samstag bei der Demonstration. Archivfoto: bsc

Göttingen. Der seit Monaten schwelende Streit um den Leerstand von Göttinger Wohnhäusern nimmt seit dem Himmelfahrtstag erneut Fahrt auf. Am Samstag gibt es eine Demonstration für mehr Solidarität.

Mit einer symbolischen Belagerung eines seit über 20 Jahre leerstehenden Gebäudes an der Gartenstraße forderten Göttinger Aktivisten am Donnerstag die leerstehenden Gebäude in der Stadt zur Schaffung von dringend benötigtem bezahlbaren Wohnraum zu nutzen. Unterstützt wurden sie dabei von Anwohnern. Nachdem die Aktivisten Transparente in die Fenster des Gebäudes gehängt hatten, versammelten sie sich mit den Nachbarn zu einem Frühstück auf dem Bürgersteig vor dem Gebäude.

Demonstration geplant

Die zunehmende Wohnungsnot trotz Wohnungsleerstand bewegt auch das Göttinger Bündnis „Still fighting“. Für Samstag, 7. Mai, haben die Aktivisten ab 12 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz eine Demonstration unter dem Motto „Gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft“ geplant.

Gemeinsam mit der Grünen Jugend Göttingen möchten die Organisatoren nicht nur auf die globalen Krisen in der Welt aufmerksam machen, sondern auch auf die Missstände in Göttingen hinweisen. Insbesondere sollen mit dieser Demonstration laut Aussage der Grünen Jugend die Besetzer des ehemaligen Göttinger Gewerkschaftshauses in ihren Positionen gestärkt werden.

Seit November halten die Aktivisten der Initiative „Our House OM10“ das ehemalige, seit 2009 leerstehende, Gebäude des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) an der Oberen Maschstraße 10 besetzt, mit dem Ziel, es künftig für soziale und politische Zwecke nutzen zu können. Insbesondere fordern sie, in dem Gebäude bezahlbaren Wohnraum für Flüchtlinge und Wohnungssuchende sowie Räume für soziale Treffpunkte und politische Entfaltungsmöglichkeiten schaffen zu können.

Über die Legalisierung der Besetzung verhandelt die Initiative seit kurzem mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund. Laut Aussage der Aktivisten verliefen diese Verhandlungen jedoch bislang erfolglos.

Anstelle selbst in die Verhandlungen einzutreten, soll der DGB Vertreter der gewerkschaftseigenen Vermögensverwaltungs- und Treuhandgesellschaft zum Gespräch gesandt haben. Darüber hinaus soll die DGB bislang noch zu keiner Stellungnahme bezüglich einer Einigung bereit gewesen sein.

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