Händel-Festspiele: Probe der Oper Imeneo läuft auf Hochtouren

Szene im Hotel Central: Die Akteure der Händel-Festspiele-Oper „Imeneo“ bei den Proben. Foto: Lawrenz

Göttingen. Die Internationalen Händel-Festspiele unter dem Motto „Connections – Verbindungen“ starten bald (5. bis 16. Mai). Die Proben für die Festspiel-Oper „Imeneo“ haben längst begonnen, wir haben zugeschaut.

„Gehen Sie immer geradeaus. Wo die Probe ist, werden Sie hören“, sagt die Frau an der Rezeption. Richtig: Der Gesang führt geradewegs zum Ballsaal im Göttinger Hotel Central. Rein und klar erklingen die Stimmen. Gerade während der Proben zur Händel-Oper muss es ein Genuss sein, hier zu wohnen.

Am Freitag, 6. Mai, ist in diesem Jahr Premiere. Auf dem Plan steht die „operetta“ Imeneo. Sie gehört zu den selten gespielten Werken Händels. „Verbindungen“ lautet das Festspielmotto.

Dass die Zuschauer die richtigen Verbindungen schlagen, dafür sorgt die Regisseurin Sigrid T’Hooft. Mit der Inszenierung von „Amadigi di Gaula“ stellte sich die belgische Expertin für barocken Tanz und barocke Gestik 2012 in Göttingen vor.

Die Regisseurin, Musikwissenschaftlerin und Tänzerin hat sich intensiv mit der Körpersprache des Barocktheaters auseinandergesetzt. Das ist bei der Probe deutlich zu spüren. Bestimmt korrigiert T’Hooft Körperhaltungen, zieht Bewegungslinien für die Figuren. In dem internationalen Ensemble werden alle Verabredungen auf Englisch getroffen.

Die Geschichte der Oper ist schnell erzählt: Rosmene (Anna Dennis) und ihre Vertraute Clomiri (Stefanie True) werden von Piraten entführt. Als Gott der Hochzeit will Imeneo (Wilhelm Berger) sie befreien. Dafür verlangt er Rosmenes Hand. Doch Rosmene liebt Tirinto (James Laing); nun muss sie sich zwischen den beiden entscheiden.

So konfliktgeladen wie das Thema ist, so entspannt ist die Stimmung während der Probe. Noch ist Zeit für kleine Witze, gutgelauntes Geplänkel. T’Hooft arrangiert ein Bild mit den Tänzern – alle in Probenkostümen mit Probenrock und Trainingsanzug oder T-Shirt mit abgetrennten Ärmeln – einer probiert dabei witzige Posen. Doch er hält sich an die Regel: Spaß machen darf es, aber nicht stören.

Eine Störung bringt das Klingeln eines Handys. Noch bringt das niemanden zur Verzweiflung. Schnell klärt sich: Das Handy ist auf stumm gestellt; allerdings wird im gewählten Modus der Ton nur in der Nacht ausgeschaltet. Bis zur Premiere in gut zwei Wochen wird dieses Handy auf der Probe sicher nicht mehr klingeln – es wird schweigen. (zul)

• Premiere der Händel-Oper „Imeneo“ ist am Freitag, 6. Mai, um 18 Uhr im Deutschen Theater in Göttingen. Weitere Vorstellungen sind am: Dienstag, 10,.Mai, 15 Uhr, Donnerstag, 12. Mai, 19 Uhr, Freitag, 13. Mai, 19 Uhr, Samstag, 14. Mai, 14.30 Uhr und Montag, 16. Mai, 16 Uhr. Karten: www.haendel-festspiele.de

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