Händel-Musik im Irish Pub in Göttingen: Flötentöne mit Trinkspruch

Besonderes Konzert: Drei Zugaben mussten die drei Musiker (von links) Cornelius Bode, Brian Berryman und Guido Plüschke im Irish Pub in Göttingen geben. Foto: Lawrenz

Göttingen. Mit seinen Kollegen bringt er „den Irish Pub in Göttingen zum Schwingen“: Das was im Programm der Göttinger Händel-Festspiele versprochen war, hat Brian Berryman mehr als gehalten.

Mit Cornelius Bode und Guido Plüschke hat er den ausverkauften Pub zum Brodeln gebracht. Erst nach drei Zugaben wurden die drei Musiker vom begeisterten Publikum entlassen. Unter dem Titel „Händel goes Pub“ spielten sie zum Auftakt der Festspiele traditionelle Musik aus Irland, Schottland und von der kanadischen Ostküste.

Für die Wendung von der Klassik zum Folk brachten die drei Musiker ein passendes Bild mit. Hemdsärmelig kamen Bode und Plüschke auf die Bühne, im Anzug trat der Flötist Berryman auf. Doch nach dem Eröffnungs-Potpourri aus Händelnoten legte er Jackett und Fliege ab.

Mitreißende Musik

Es war, als krempelten die drei Musiker jetzt gemeinsam die Ärmel hoch, um ihren Zuhörern „die Flötentöne beizubringen“. Nach dem begeisternden Nachtkonzert „Crossing the Border“ vor zwei Jahren in der Marienkirche hatten die Veranstalter mit dem Irish Pub sozusagen den Nagel auf den Kopf getroffen. Einen passenderen Raum hätten die Organisatoren für diese mitreißende, den Menschen so nahe Musik kaum finden können.

Glasklare Töne

Glasklare Töne zauberte der als Spezialist der Barock-Epoche ausgewiesene Berryman aus seiner Traversflöte. Einfühlsam begleitete ihn Gitarrist Cornelius Bode als Spezialist der vielfältigen Stilrichtungen traditioneller Folklore. Nicht nur auf der irischen Rahmentrommel Bodhrán war Guido Plüschke der Dritte in dem eingeschworenen Bund.

Er hatte unter anderem auch ein irisches Banjo und eine Mandoline im Gepäck und outete sich als guter Witzeerzähler; für irischen Folk erwies er sich – leider zu selten – als genau der richtige Sänger. Mit bekannten und weniger bekannten Melodien für ein Crossover quer durch die ganze Welt schlugen sie auch Verbindungen zwischen den verschiedensten Musikrichtungen bis zur Händel-Oper mit der Premiere am Freitag, 6. Mai, um 18 Uhr im Deutschen Theater.

In gut zweieinhalb Stunden brachten sie das Publikum mit vielen Musikern von den Händel-Festspielen leicht dazu, mit zu klatschen und gemeinsam den gälischen Trinkspruch „Sláinte!“ (sprich slahntsche) zu rufen. Eine kleinere Gruppe hielt es nicht still. Sie mussten einfach tanzen.

Von Ute Lawrenz

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