Hunderte demonstrierten in Südniedersachsen gegen Rechts

Demos gegen Rechts: Nicht nur – wie auf dem Foto – in Dresden gibt es Protest gegen rechte Gruppen und Pegida. Am Wochenende gingen im Landkreis Göttingen und Northeim mehrere hundert Menschen auf die Straße. Foto: dpa

Duderstadt/Hardegsen. In Südniedersachsen haben am Wochenende erneut Hunderte Menschen gegen Rechtsextremismus und für eine offene Gesellschaft demonstriert. Kundgebungen gab es in Duderstadt sowie in Lindau und Hardegsen (beides Kreis Northeim).

Anlass waren Versammlungen des als äußerst rechts geltenden „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“ in diesen Orten und Anschläge auf Flüchtlingswohnheime.

In Duderstadt kamen am Sonntag nach Angaben des Bündnisses „Duderstadt bleibt bunt“ rund 200 Teilnehmer zu einer Demonstration gegen den „Freundeskreis“ zusammen. Acht Landwirte mit ihren Traktoren unterstützten den Protest unter dem Motto „Bei uns sind nur die Äcker braun“. 20 vermummte Rechtsextreme hätten „sehr aggressiv“ versucht, die Aktion zu stören, sagte Bündnissprecher Dirk Glowatz.

Ebenfalls am Sonntag veranstaltete das Bündnis „Bunt statt braun Lindau“ eine Kundgebung auf dem Marktplatz des 2000 Einwohner-Ortes. Weil das Land Niedersachsen die früheren Gebäude des Max-Planck-Institutes für Sonnensystemforschung als mögliche Flüchtlingsunterkunft prüft, gibt es auch in Lindau seit mehreren Wochen sogenannte „freiheitliche Bürgertreffs“ des Freundeskreises. Vor einer Woche sprach dabei als Hauptredner ein NPD-Ratsherr aus dem thüringischen Heiligenstadt.

Etwa 170 Menschen hatten bereits am Samstag in Hardegsen gegen rechte Gewalt demonstriert. Dort hatten Unbekannte kürzlich ein Haus attackiert, in dem Flüchtlinge wohnen, und eine Scheibe des Gebäudes eingeworfen. Die Hardegser Stadtverwaltung und die evangelische Kirchengemeinde des Ortes äußerten sich „bestürzt über diesen Akt der Fremdenfeindlichkeit.“

Der „Runde Tisch für Flüchtlingsbetreuung und Willkommenskultur in Hardegsen“ plant nach Angaben von Pastor Bernd Ranke für kommenden Sonntag, 21. Februar, ein offenes Bürgerfrühstück, um gegen fremdenfeindliche Gewalt zu protestieren. 

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