Nonnenstieg-Bauprojekt: Initiativen bleiben hart

Alte Bebauung: Die ehemaligen IWF-Gebäude sollen weg und ein neues Wohngebiet am Nonnenstieg im attaktiven Göttinger Ostviertel soll entstehen. Foto: Kopietz

Göttingen. Noch stehen die Gebäude des ehemaligen Instituts für den Wissenschaftlichen Film (IWF) in Göttingen. Das landeseigene Gelände ist verkauft, die Diskussionen um die zukünftige Bebauung halten an.

Wie das Gebiet einmal aussehen wird, ist noch unklar, die Vorstellungen von Bürgerinitiativen, Entwicklungsgesellschaft und Verwaltung/Politik gehen auseinander – auch nach dem Arbeitstreffen Workshop am Montag mit Beteiligten aller Seiten.

Mehrere Stunden wurde in der Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums intensiv diskutiert, am Ende stand fest: Nicht alle Diskrepanzen konnten ausgeräumt werden, wie Stadtbaurat Thomas Dienberg hinterher bilanzierte.

Gesprochen wurde auch noch einmal über die alternativen Bauplanungen der BI-Mitglieder Svea Steinhauser und Franziskus Welter-Schulte, die in einer Versammlung im Juni mit einem weiteren Entwurf des Kasseler Architekten Michael Linker vorgestellt worden waren. Ideen aus den beiden teilweise mutig konzipierten Modellen würden weiterverfolgt, sagte Dienberg nach dem Treffen am Montag.

Die, von Bürgern bemängelte, und vom Büro Bankert, Linker & Hupfeld geplante massive Blockbebauung entlang des Nonnenstiegs soll es so nicht geben. Es könnte stattdessen eine durchlässige, luftigere Front entstehen, sagte Dienberg der HNA. Die neue Form würde sich dann wieder dem verworfenen Erstentwurf des Wiener Büros Untertrifaller (Wien) annähern.

Uneinig sind Vertreter von Verwaltung und Projektentwicklungsgesellschaft über die Geschossflächenzahl. Sie sagt etwas über die Dichte der Bebauung aus und war von den städtischen Planern bereits von 1,2 auf 0,95 heruntergesetzt worden. Das ist den Bürgerinitiativen noch immer zu viel. Sie wollen noch mehr Luft zwischen den Gebäuden. Demgegenüber stehen die wirtschaftlichen Bedingungen, denn die Projektentwickler wollen das teuer gekaufte Grundstück gewinnbringend nutzen.

Problemfall ist der Baumbestand: An dem soll nach Forderung der kritischen Bürger nicht gerüttelt werden, sie wollen alle Bäume erhalten. Eine Position, die für Dienberg aus mehreren Gründen unrealistisch ist: Allein für die Bauphase müssten Gehölze weichen. Zudem, so die Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde, sei auf dem IWF-Gelände längst nicht alles schützenswert was grün ist.

Zuversichtlich ist Dienberg, dass es über den Bauausschuss eine gute Lösung für alle Beteiligten geben kann: weniger Gebäude als zunächst vorgesehen, viel Grün und eine durchlässigere Bebauung zum Nonnenstieg hin sind möglich. Einer geforderten „Ein-Familien-Haus-Siedlung“ erteilte er aber erneut eine Absage. Grundsätzlich sei er froh, dass trotz der Meinungsverschiedenheiten der Workshop konstruktiv gelaufen sei. (tko)

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