Innovationspreis: Würmer-Burger, HighTech und tolle Kinderhilfe

Machten tolle Musik: Die Big-Band des Eichsfeld-Gymnasiums in Duderstadt unter Leitung von Hartwig Depenbrock begeisterte mit Stücken wie „Feelin´Good“ und drückte damit auch die Stimmung der Gewinner beim Innovationspreis 2016 aus. Foto: Schlegel

Göttingen. Die Innovationspreisverleihung im Deutschen Theater war eine gelungene, stimmungsvolle Veranstaltung. Wir waren dabei, haben gesehen und gehört, wie eine faszinierende Mischung zwischen High-Tech-Entwicklungen und sozialen Ideen-Angeboten aufeinandertrafen – dank der Wirtschaftsförderung Region Göttingen (WfG).

Die Atmosphäre

Der Rahmen der Veranstaltung ist der gewohnt feierlich-lockere: Die fünf Teilnehmer und ihre Ideen und Produkte, die von der neunköpfigen Jury für die Endauswahl in den drei Kategorien nominiert sind, werden jeweils per Kurzfilm vorgestellt. Dafür gibt es oft spontanen Beifall vom Publikum, das vor allem von der Vielfalt und Kreativität der Ideen und Entwicklungen begeistert ist.

Mutmacherpreis

Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne), der die Laudatio für den von seinem Ministerium gespendeten Sonderpreis Umwelt hält, drückt das in einem treffend-schönen Wort aus: „Es ist ein Mutmacherpreis.“

Notwendige Innovationen

Landrat Bernhard Reuter (SPD) spürt eine „erwartungsfrohe Stimmung“ in der Region. Die Wirtschaft stünde gut da und die Arbeitslosigkeit sei auf einem niedrigen Stand. Gleichzeitig fordert Reuter Innovationen: Diese seien zwingend notwendig, vor dem Hintergrund Bevölkerungsentwicklung und Fachkräftemangel. „Ein Weiter-So reicht nicht aus.“

Die „erste freiwillige Landkreisfusion in Deutschland sowie das Beispiel Emsland“ aber nährt Reuters Zuversicht. Gemeinsam könne man das schaffen. „Ein starkes Auftreten nach Außen und das Einfordern von Unterstützung hilft.“

Soziale Projekte

Für Reuters Worte steht die Initiative „Harzkind“. Die Initiatoren wollen „ihren“ Harz, der einen Imageschub gebrauchen kann, positiv ins Gespräch bringen.

Emotional und stark beklatscht ist das Dankeswort von Jörns Thorsting vom Verein Kleine Herzen aus Hannover, der Klinikmitarbeiter in Deutschland im Umgang mit schwerkranken Kindern und deren Eltern schult. Dafür gibt es den Sonderpreis Bildung und Soziales und viel Beifall.

High-Tech-Produkte

Neben diesen sozial-engagierten Projekten stehen auf der Innovationspreisbühne Firmenvertreter, die für High-Tech-Entwicklungen ausgezeichnet werden. Beispiel ist die verpackungsreduzierende Maschine von Opitz Maschinentechnik aus Düderode. Sie erkennt das zu verpackende Produkt und passt die Höhe der Kartonagen entsprechend an. Noch ein Beispiel: Das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Göttingen hat leistungsstärkere Rotorblätter für Hubschrauber und nun auch Windräder entwickelt – und leiser sind sie nebenbei auch noch. Die Basis liefert dafür die Beschaffenheit der Brunstflosse bei Buckelwalen. Innovativ sind auch die an der Decke hängenden Heizkörperplatten aus Lehm, die Nachtspeicherheizungen effektiver und angenehmer machen. Diese Idee hatte die Firma ArgillaTherm aus Göttingen. „Das soll erst mal Einer nachbauen“, sagt Geschäftsführer Axel Lange.

Tote Würmer

Einfach quer gedacht – so das Motto des Inno-Preises – haben auch die Preisträger der Krämer/Özel GbR aus Osnabrück: Sie produzieren Hamburger mit Insekten, in diesem Fall Würmer, die gibt es zur Genüge und sie setzen viel weniger CO2 frei als Kühe.

Der Innovationspreis aber bietet auch starke Kontraste: Ein weiterer Preis ging ausgerechnet an Biocare aus Einbeck, wo ein Mittel gegen lebendige Kartoffelfeinde erzeugt wird: ein biologisches Produkt, das die schädlichen Drahtwürmer tötet.

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