Israel-Fahnen: Gaza-Demonstranten griffen Gegendemo an

Demonstranten
+
Gegen den Krieg in Gaza: Gegen 15.25 Uhr hatten sich zahlreiche Demonstranten am Samstag vor dem Alten Rathaus versammelt.

Göttingen. Durch Israel-Fahnen, die von Gegendemonstranten gezeigt wurden, fühlten sich Teilnehmer der Demonstration „Gegen den Krieg in Gaza“ am Samstag in der Göttinger Innenstadt provoziert. Einige griffen die Gegendemonstranten, die aus der linken Szene stammen sollen, an.

Bei einer Rangelei wurde eine Polizistin verletzt.

Etwa 600 Teilnehmer waren laut Polizei insgesamt bei der Demonstration unter dem Motto „Gegen den Krieg in Gaza“ dabei. Dafür wurde im Internet aufgerufen. Noch bevor sich die Menge in Bewegung setzte, kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen mehreren Teilnehmern dieser Versammlung und Teilnehmern einer Gegenkundgebung von „Angehörigen der linken Szene“. Bei anschließenden Rangeleien wurde eine Polizeibeamtin leicht am Kopf verletzt. In Anbetracht der zu diesem Zeitpunkt unübersichtlichen Situation ist der genaue Geschehensablauf noch unklar. Die Ermittlungen hierzu dauern an.

Gegen 15.25 Uhr hatten sich auf dem Marktplatz zunächst etwa 300 Demonstrationsteilnehmer eingefunden. Dort gab es erste Redebeiträge. Nur wenige Minuten später erhielt der Einsatzleiter der Polizei eine Information über eine Gegendemonstration mit etwa 50 Teilnehmern aus der linken Szene.

Noch während die Einsatzleitung der Polizei mit dem Versammlungsleiter der „Gaza-Demo“ die Details zum weiteren Ablauf erörterte, wurden aus der Gegenkundgebung heraus mehrere israelische Nationalfahnen gezeigt. Dadurch provoziert, entwickelte sich eine verbale Auseinandersetzung zwischen Teilnehmern der „Gaza-Demo“ und Teilnehmern der Gegendemo.

Um eine weitere Eskalation zu verhindern, wurden beide Gruppierungen daraufhin von der Polizei getrennt und zurückgedrängt. Nur kurz danach drängten nach Schätzung der Einsatzleitung jedoch etwa 50 Teilnehmer der Demo „Gegen den Krieg in Gaza“ in die Rote Straße und versuchten, den Teilnehmern der Gegendemo die Fahnen, die diese weiterhin provozierend hochhielten, zu entreißen. Dabei kam es nach derzeitigen Erkenntnissen aus der Gruppe der „Gaza-Demo“ heraus zu Übergriffen gegen die Teilnehmer der Gegendemonstration.

Die Einsatzkräfte mussten schließlich vereinzelt den Schlagstock einsetzen, um die Übergriffe zu unterbinden. Bei Rangeleien zwischen beiden Gruppierungen wurde eine Beamtin der Bereitschaftspolizei durch einen Faustschlag am Kopf getroffen und leicht verletzt.

Polizei trennt Gruppen

Die Polizei konnte die beiden Versammlungen schließlich trennen. Hinweise auf Verletzte in den Reihen der Versammlungsteilnehmer liegen der Polizei derzeit nicht vor. Gegen 15.50 Uhr setzte sich die „Gaza-Demonstration“ dann vom Markt aus in Bewegung. Während der anschließenden Marschroute durch mehrere Straßen den Innenstadt blieben weitere Zwischenfälle aus. Bei Erreichen des Groner Tores war der Aufzug auf rund 600 Teilnehmer angewachsen. Im Anschluss an eine kurze Abschlusskundgebung erklärte der Versammlungsleiter die Demo gegen 17.20 Uhr am Gänseliesel für beendet. Die Teilnehmer verließen anschießend in Kleingruppen den Markt.

Die Gegenkundgebung hatte sich zuvor in Richtung der Roten Straße entfernt und in deren Verlauf ebenfalls in Kleingruppen aufgelöst. Die Versammlung war gegen 16 Uhr vom Versammlungsleiter beendet worden. Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ein. (bsc)

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.