Kolumne: Reise-Minister, Lehrer-Hilfe und Angst vorm Zahnarzt

Hannover. Die Woche in Hannover: Unser Korrespondent Peter Mlodoch berichtet über Außergewöhnliches.

Pistorius und Amerika

Erst vor wenigen Wochen war Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) auf Dienstreise in Kalifornien, wo er sich im Silicon Valley über die neuesten Trends bei der digitalen Sicherheiten. Jetzt fliegt der Ressortchef schon wieder nach Amerika: Anfang Oktober im Tross von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erst nach Mexiko und dann erneut nach Kalifornien.

„Einer der Schwerpunkte der Landesregierung ist die Digitalisierung“, beantwortete Regierungssprecherin Anke Pörksen Fragen nach dem Sinn des zweiten Pistorius-Trips. „Der Innenminister ist dem Ministerpräsident ein willkommener Begleiter.“ Vielleicht aber auch ein wertvoller Einflüsterer. Auf dem Programm steht nämlich auch der Besuch des Spiels der San Francisco 49-ers gegen die Arizona Cardinals. Angesichts der komplizierten Regeln des American Football kann da die Expertise des ebenfalls für Sport zuständigen Innenministers nicht schaden.

Lehrer und Burnout

Die Lehrergewerkschaft GEW bietet für ihre Mitglieder immer wieder interessante Seminare an. So im Oktober – und zwar nach den Herbstferien – eine Tagung mit dem Titel „Schaffe ich die Schule – oder schafft sie mich?“ Drei Tage geht es in einem Hotel in Nörten-Hardenberg für die Lehrkräfte um die Burnout-Prophylaxe. Zusätzliche Belastungen sollen dadurch freilich nicht bestehen.

Die GEW weist ausdrücklich darauf hin, dass man für die Veranstaltung Sonderurlaub beantragen kann: „Es müssen keine Unterrichtstunden vor- oder nachgearbeitet werden.“

Grüne und Horror

Man wähnte sich in einem Gruselkabinett. Zur „Agrokalypse“ bat der grüne Agrarminister Christian Meyer ins Künstlerkino. „Der Tag, an dem das Gensoja kam“, war der Dokumentarfilm untertitelt, der die Auswüchse der globalisierten Land- und Ernährungswirtschaft schildert. 91 Zuschauer schauten sich den Horrorstreifen an, um anschließend mit Minister und Regisseur zu diskutieren.

Barmer und Dentalphobie

Schrecken anderer Art verbreitete die Barmer Ersatzkasse „Dentalphopie“ lautete das Schockerwort der Woche. Die Entwarnung wurde aber gleich mitgeliefert: „Laien nennen es einfach Angst vorm Zahnarzt.“ 31 Prozent der Niedersachsen und 33 Prozent der Bremer leiden offenbar darunter; so viele Menschen jedenfalls gingen laut Statistik im vergangenen Jahr nicht zum Zahnarzt.

Sozialverband und Ideen

Mit einer pfiffigen Idee wartete der Sozialverband SoVD in Niedersachsen auf. Seine gedruckten Einladungskarten zur Verleihung des Inklusionspreises verschickte die Organisation ohne Angabe von Ort und Datum. Um dies zu erfahren, war eine gewisse Anstrengung nötig: Man musste erst den mitgelieferten grünen Ballon aufblasen. Dort standen dann alle wichtigen Informationen.

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