Kommentar zu Grünen und AfD: Was fehlt ist eine klare Linie

Moritz Schäfer über den Tumult um Göttinger AfD und Grüne. Ein HNA-Kommentar.

Moritz Schäfer

Der Kreisvorstand der Göttinger Grünen und die Grüne Jugend haben sich ausführlich zu den Tumulten um die Göttinger AfD geäußert. Der Kreisvorstand redet von demokratischen Spielregeln und fordert eine kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten der AfD, während die Grüne Jugend weiterhin für eine Kampagne wirbt, die zu Straftaten gegen die AfD aufruft. Was den Grünen zu fehlen scheint, ist eine klare Linie.

Die Grüne Jugend hat sich von Gewalt gegen AfD und Polizei distanziert. Dennoch solidarisieren sie sich weiterhin mit der Kampagne "Alles muss man selber machen" die zum Zerstören von Wahlkampfwerbung aufruft. Sie finden nicht alle Mittel der Kampagnenbetreiber gut, sagen die Jungen Grünen. Wer sich allerdings von solchen Aktionen glaubhaft distanzieren will, sollte sich auch von den Akteuren distanzieren.

Rückendeckung bekommt der Grüne Nachwuchs vom Kreisvorstand. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten anderer Parteien sei wichtig. Tatsächlich werfen die Jungen Grünen jedoch nur mit Schlagwörtern wie "rechte Propaganda" und "nationales Überlegenheitsdenken" um sich. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Wahlkampfkampagne, wie sie vom Kreisvorstand gefordert wird, sucht man vergebens.

So entsteht vielmehr der Eindruck, dass mit hohlen Floskeln aktionslustige Protestler mit Tunnelblick aktiviert und zur Kampagne "Alles muss man selber machen" weitergeleitet werden. Wenn diese Protestler dann Wahlkampfmaterial zerstören und sich mit Polizisten anlegen, distanziert man sich bei den Grünen einfach. Nach diesen Regeln kann das demokratische Spiel nicht gespielt werden.

Von Moritz Schäfer (E-Mail: mhs@hna.de)

Gabriele Walger-Demolsky
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Die Grüne Jugend ist hier nur das Sprachrohr der Grünen Partei macht Euch nichts vor. In einem Land in dem es eine solche Hetze gegen eine konservativ-liberale Partei wie der AfD gibt ist es mit der Demokratie nicht mehr weit bestellt. Man sollte mal prüfen in wie weit diese Leute noch auf dem Boden unserer Verfassung stehen.

SchmidAntwort
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@ Gallus,

ich darf die Ungeheuerlichkeit von Ihnen hier einmal zitieren.
Gallus:
"Damals gab es auch in der Wissenschaft durchaus den Gedanken, dass dies Kindern nutzen würde."

Da muss ich mich derartig zurücknehmen, dass ich Magenkrämpfe bekomme.
Pädophilie soll den Kindern genützt haben?
Dieser Ansicht sollen ernsthafte Menschen damals gewesen sein?

Ich frage mich allmählich mit wem wir es unter "Gallus" hier zutun haben?

GuestAntwort
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A.C.,

verdrängt wird da gar nichts. Immerhin wird die Aufklärung zu diesen Vorgängen auch von den Grünen massiv betrieben. Und wieder: Die damaligen Schablonen kann man nicht einfach auf die heutige Zeit übertragen. Damals gab es auch in der Wissenschaft durchaus den Gedanken, dass dies Kindern nutzen würde. HEUTE weiß man das besser.

Ebenso könnte man auch Parteien z.B. ihr Rollenbild der Frau vorhalten. Wir gehen mal gerade ins Jahr 1997 (!) zurück:

"Endlich: Vergewaltigung in der Ehe gilt künftig als Verbrechen"

http://www.zeit.de/1997/21/ehe...

In den 80ern herrschte ein ganz andere Sexualmoral als heute. Das kann man nicht einfach eǘergleichen. Ebenso kann man nicht annehmen, dass es heute noch Politiker gäbe, die ernsthaft sich gegen einen Straftatbestand der Vergewaltigung in der Ehe stellen würden.

Übrigens waren es Grüne und SPD, die immer wieder das Sexualstrafrecht reformierten. Und dabei ist dies keineswegs schlechter geworden, sondern bei den Strafrechtsreformen und die Strafen stellenweise erheblich verschärft.

http://www.info-wr.de/unterric...

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