In 30 von 33 Fällen gab es Beanstandungen

Kontrolle von Transporten: Ungekühlter Kuchen bei Hitze im Laderaum

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Lebensmittelkontrolle: Dieser Kuchen ist leicht verderblich und hätte beim Transport gekühlt werden müssen.

Göttingen. Bei einer Kontrollaktion haben Experten der Autobahnpolizei Göttingen und des Veterinär- und Verbraucherschutzamtes des Landkreises Göttingen bei der Hitze gezielt Lebensmitteltransporte unter die Lupe genommen. Die Bilanz ist mies.

Verschiedene Verstöße

Von 33 in dieser Woche kontrollierten Fahrzeugen gab es nur in drei Fällen keine Beanstandungen. So wurden Verstöße gegen das Lebensmittelrecht, gegen Lenk- und Ruhezeiten, das Gefahrgutrecht sowie die Vorschriften zur Ladungssicherung festgestellt.

60 Verfahren

In den vier Tagen leiteten die Kontrolleure 60 Ermittlungsverfahren ein. Fünf Fahrern wurde noch vor Ort die Weiterfahrt untersagt. In zwei Fällen wurde die transportierte Ware vom Landkreis Göttingen sichergestellt.

Problem Kühlung

Ein großes Problem war, dass Waren zum Teil nicht ordnungsgemäß gekühlt waren – und das bei den derzeit hohen Temperaturen. Beispiel: Unter den kontrollierten Unternehmen befanden sich Bäckereien aus dem Landkreis Göttingen, die leichtverderbliche Waren, wie Kuchen ungekühlt transportierten. Die vorgeschriebene Temperatur wurde zum Teil um mehr als das Doppelte überschritten.

Nachkontrollen

In allen Fällen wurde dafür gesorgt, dass die nicht ordnungsgemäß gekühlte Ware nicht mehr verkauft wurde. Die Unternehmen sagten zu, eigenständig für eine ordnungsgemäße Kühlung zu sorgen, was sich bei Nachkontrollen bestätigte, heißt es in einer Mitteilung.

Zu hohe Temperatur

Auch ein Tiefkühltransporter aus Hannover, der in Göttingen einen Einzelhändler beliefern wollte, geriet in die Kontrolle. Während der Kontrolle des Fahrzeugs kam ans Licht, dass der 47-jährige Fahrer unter anderem tiefgekühlte Fleisch- und Geflügelprodukte beförderte, deren vorgeschriebene Temperatur nicht eingehalten wurde. Bei der Tiefkühlware wurde eine Überschreitung der vorgeschriebenen Temperatur von bis zu acht Grad Celsius festgestellt. Die Auslieferung wurde untersagt, der Laderaum versiegelt und die Ladung zum Absender zurückgeschickt. Außerdem wurde ein Strafverfahren gegen den Absender der Waren eingeleitet.

Kühlanlage defekt

Ebenso erging es einem Kühltransporter aus Goslar, der bereits in den Landkreisen Northeim und Göttingen ausgeliefert hatte bzw. noch ausliefern wollte. Auf der Ladefläche des Fahrzeugs stießen die Ermittler auf Frischfleisch, frischen Fisch und andere Tiefkühlwaren, die transportiert wurden, obwohl die Kühlanlage defekt war.

Zurück zum Absender

Eine Messung ergab, dass die vorgeschriebenen Temperaturen zum Teil um mehr als das Dreifache überschritten wurden. Auch in diesem Fall wurde der Laderaum versiegelt. Die Ware ging an den Absender zurück. Der Landkreis Göttingen informierte außerdem die Betriebe, die schon ihre Ware erhalten hatten. Auch in diesem Fall wurde ein Strafverfahren eingeleitet. 

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