Kritische Worte zum Sport bei Brezeln und Sekt

Gute Laune beim Neujahrsempfang: Der Vorstand der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) Bezirksgruppe Südniedersachsen/Göttingen mit der Vorsitzenden Petra Reußner (Zweite von rechts) und von links Wolfgang Buss, Sabrina Rudolph, Christoph Hannig, Hans-Georg Halve, Elke Balleer, Arne Göring und Heinz-Willi Elter. Foto: Kopietz

Göttingen. Es ist wohl der entspannteste Neujahrsempfang in Göttingen – vielleicht weil es der letzte im Reigen dieser Veranstaltungen ist: Die Deutsche Olympische Gesellschaft Südniedersachsen/Göttingen lud zu Brezeln und Sekt am Vormittag – und etwa 200 Sportfreunde kamen, wurden von der Vorsitzenden Petra Reußner begrüßt.

Natürlich spielte traditionell auch der „große“ Sport eine Rolle in der Rede Reußners. Hatte der 2. Vorsitzende Wolfgang Buss im Vorjahr noch hoffnungsvoll auf die Hamburger Olympia-Bewerbung 2024 geschaut, analysierte Petra Reußner nun, warum es nicht geklappt hat. Sie nannte Gründe dafür, dass die Hamburger keine Olympischen Spiele in ihrer Stadt – trotz eines eigentlich überzeugenden Konzepts – wollten: Es seien handwerkliche Fehler gemacht worden. Und es habe an politischer Sensibilität gefehlt, im Umgang auch mit Bürgern und deren kritischen Fragen zur Finanzierung. „Für eine solche Veranstaltung muss man die gesamte Bevölkerung mitnehmen“, sagte Reußner, sonst könne es nicht funktionieren. Am Ende stünde eine vertane große Chance.

Die wichtige Rolle des Sports in all seinen Facetten für die Gesellschaft, ja auch im Zusammenleben in einem demokratischen System, sei 2015 leider oft belastet worden – auch durch die von Reußner als „verwerfliche Entwicklungen“ bezeichneten Korruptionsvorgänge im Hause des Weltfußballverbands FIFA inklusive bei der Vergabe der Fußball-WM 2006 in Deutschland.

Der Sport habe lange einen Mythos der Reinheit inne gehabt. Mittlerweile sei deutlich geworden, dass auch im Sport alle unangenehmen Entwicklungen wie in der Gesellschaft vorkämen. Das sei nicht verwunderlich. Dennoch: Es müsse transparent und mit aller Kraft aufgeklärt werden, das gelte nicht nur für DFB und FIFA, sondern auch für den Internationalen Leichtathletikverband und immer wieder das Internationale Olympische Committee (IOC). Fraglich sei, ob das noch intern geleistet werden könne. Die Führungskräfte im Sport jedenfalls schienen dabei immer öfter überfordert zu sein, merkte Reußner kritisch an.

Der Leistungssport ist für Reußner auch in Göttingen von großer Bedeutung. Die Leuchttürme, die beiden Bundesliga-Mannschaften der BG, seien wichtig auch für den Breiten- und Schulsport. Und: Diese Teams seien auch für die Stadt selbst wichtig, als ein Marketingfaktor. Diesen Satz, quittierte Oberbürgmeister Rolf-Georg Köhler mit einem zustimmenden Nicken. (tko)

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