Kult-Punkband Slime: Mitreißendes Konzert in der Musa in Göttingen

Starker Auftritt in der Göttinger Musa: Die Hamburger Punkband Slime bot in der Uni-Stadt ein mitreißendes Konzert. Foto: Kuhl

Göttingen. Fans des Punkrocks zog es zum Start ins Wochenende ins Göttinger Kulturzentrum Musa. Angekündigt war dort die Hamburger Punkband Slime, die seit vielen Jahren erstmals wieder auf Tour ist und ein im Wortsinn mitreißendes Konzert gab.

Die Band um Sänger Dirk mag solchen Kultstatus zwar nicht, doch ist Slime in der deutschen Musiklandschaft quasi eine Institution, geht es um Punkrock mit eindeutiger politischer Botschaft gegen Rechtsextremismus und Rassismus. 1979 in Hamburg gegründet, spielte sich die Band kreuz und quer durch die aufkommenden Punkklubs und –Festivals.

Die mit dem zunehmenden Erfolg verbundene „Heldenverehrung“ in der Punkszene behagte der Band immer weniger und führte schließlich 1984, kurz nach Veröffentlichung des vierten Albums, zur Auflösung. Noch kurz zuvor stand man mit Szenegrößen wie den Dead Kennedys, MDC, Bad Brains und Ton Steine Scherben auf der Bühne. In den Folgejahren kam Slime immer wieder für einzelne Konzerte zusammen und ab 1991 auch ganz offiziell als Band mit neuen Alben und Tourneen.

Nachdem man sich 1994 erneut aufgelöst hatte, tritt die Band seit 2010 wieder live auf, derzeit erstmals seit der letzten Trennung im Rahmen einer Tour durch Deutschland. Und die machte nun beim Konzert Station in Göttingen, eingeleitet von den Screwjetz als Support. Die Vorband gab sich alle Mühe, das Publikum im zunächst noch locker gefüllten Großen Saal der Musa mit ihrem (Zitat) „Angry Pop“ in Stimmung zu bringen. Das gelang zunächst eher zögerlich, doch dann kam Bewegung in den Tanzsaal.

Als dann Slime mit Sänger Dirk, den Gitarristen Elf und Christian, Bassistin Nici und Schlagzeuger Alex um kurz vor 22.30 Uhr den Saal übernahmen, geriet dieser aus dem Stand ins Brodeln: Vor der Bühne tobte sich der tanzwütige Teil des Publikums nach Kräften aus, weiter hinten wurde zumindest mitgewippt. Allen gemeinsam war eine beeindruckende Textsicherheit, wobei die Band Songs aus allen Schaffensperioden spielte.

Frontmann Dirk ließ seine Texte gegen Rassismus und gegen Fremdbestimmung für sich sprechen, ohne zwischen den Songs viele Worte zu machen. Zwischendurch gönnte die Band sich und dem Publikum eine Verschnaufpause bei zwei ruhigeren Akustikversionen.

Vom Alter war das Publikum gut durchmischt: Einige Musikfans in der Musa hatten vermutlich bereits 1981 ihr erstes Slime-Album gekauft, andere waren damals noch nicht geboren. Doch das war an diesem Abend bedeutungslos und Altpunks ließen neben Jüngeren ihrem Bewegungsdrang freien Lauf.

Als das Konzert nach einer ausgiebigen Zugabe um kurz nach 24 Uhr mit der Einspielung von Heidi Kabels „In Hamburg sagt man tschüss“ endete, hatten die Besucher einen energiegeladenen Abend erlebt.

Kult-Punkband Slime: Mitreißendes Konzert in der Musa in Göttingen

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