Land geht auf E-Auto-Werbetour

Werben für Elektro-Mobilität und -Autos: Ministerpräsident Stephan Weil (rechts) und Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (beide SPD) auf der Hannover-Messe. Das Land will finanzielle Prämien für den Kauf von E-Autos aussetzen und startet eine Werbe-Tour durch sieben niedersächsische Städte, die auch nach Göttingen kommt. Foto: dpa

Göttingen/Hannover. Elektro-Autos sind in Niedersachsen kein Verkaufsschlager. Eine Kampagne soll die E-Flitzer jetzt attraktiver machen: Das niedersächsische Verkehrsministerium startet eine 7-Städte-Tour mit E-Autos durch das Land und kommt am 22. und 23. Mai auch nach Göttingen.

Die Aktion soll Infos liefern, Mythen ausräumen und vor allem Hemmschwellen von Fahrern abbauen.

Lautlos saust der dunkle Zoe mit Tempo 45 am Maschsee in Hannover entlang. „Dann schalte ich jetzt mal den Spaß dazu“, sagt Beifahrer Christian Junge. Der Filialleiter des Renault-Händlers Carunion drückt auf dem Display einen Knopf; die Leistung des Elektroautos springt vom Spar-Modus mit 58 PS auf sportliche 86 PS.

Das Einfädeln auf den vollen Messeschnellweg gelingt dem 22.000 Euro teuren Wagen dank kräftiger Beschleunigung problemlos; der Mann hinter dem Steuer genießt sichtlich seine leise Jungfernfahrt in einem E-Mobil.

Soeben hat das rot-grüne Kabinett eine Bundesratsinitiative für mehr Anreize beschlossen: Nach dem Vorbild der Abwrackprämie möchte Niedersachsen den Kauf einen reinen E-Autos für Privatpersonen mit 5000 Euro Zuschuss belohnen; für den Erwerb eines Hybrid-Fahrzeugs, dessen CO-2-Ausstoß unter 50 Gramm pro Kilometer bleibt, soll es 2500 Euro geben. „Der Preisunterschied zu normalen Autos ist einfach noch zu hoch“, erklärt Lies.

Trotz steigender Modellauswahl sind hierzulande 24.000 E-Autos zugelassen. Die Prämie soll für mehr Absatz sorgen und Deutschland als Standort für Entwicklung und Produktion sichern helfen.

Den gleichen Zweck verfolgt das Ministerium mit der bundesweit einmaligen „Sieben-Städte-Tour“ durch Niedersachsen. „Wir wollen Elektromobilität erlebbar und erfahrbar machen“, sagt der Ressortchef. Im wahrsten Sinne des Wortes: Fünf Hersteller – BMW, VW, Renault, Citroen und Kia – laden im Rahmen eines bunten Show-Programms auch zu Probefahrten mit ihren strombetriebenen Gefährten an. Los geht es am dritten Mai-Wochenende auf Hannovers Opernplatz; am 22. und 23. Mai gastiert die Tour in Göttingen auf dem Gelände des Kauf Parks.

Mit den sechs anderen Städten darf sich Göttingen auch auf ein nachhaltiges Souvenir der Tour freuen: Das Land will dort eine Schnell-Ladesäulen für die umweltfreundlichen Autos hinterlassen – bezahlt aus dem Etat des Verkehrsministers. „Der Ausbau der Lade-Infrastruktur ist dringend erforderlich“, fordert Olaf Lies auch mehr Engagement vom Bund. Die von der Bundesregierung vorgesehenen Strom-Spender an allen Autobahn-Rast stellen reichten Kilometer bei weitem nicht aus. Rund 160 Kilometer schafft ein voll geladenenes Elektrofahrzeug derzeit.

„Ein E-Auto kann man aber auch an jeder Steckdose aufladen“, betont der Geschäftsführer der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen, Raimund Nowak. Das dauert aber länger – bis zu zehn Stunden.

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