„Einer der besten Landräte Deutschlands“

Beobachtungen am Wahlabend in Göttingen: SPD feiert kräftig den Sieg

Landkreis Göttingen. 50 Interessierte und Journalisten verfolgen am Sonntagabend bei der Ergebnispräsentation das Wahl-Finale um den Posten des Landrats im Kreishaus.

Schon um 18.40 Uhr verdichtete sich ein Resultat:56:44 Prozent für Reuter. Dabei bleibt es in etwa. Ein Fazit des alten Polit-Recken Harald Noack (CDU) unterschreiben danach viele: Mit diesem Ergebnis können alle gut leben.

Vor allem Bernhard Reuter (SPD), er bleibt Landrat – für ihn eine logische Folge: erst Landrat in Osterode, dann seit 2011 in Göttingen und nun ab November im fusionierten Großkreis. Es sei „ein klares Ergebnis“, gewesen, sagt ein nicht gerade euphorisierter Reuter und fügt an: „Gewonnen ist gewonnen.“

Bevor er die Gratulationen entgegennehmen kann, muss er das NDR-Interview hinter sich bringen. Dabei bedarf es mehrerer Versuche, was vor allem der TV-Kollegin geschuldet ist. Dann gibt es eine Umarmung von Lebensgefährtin Reinhild Otterbein, den Telefonanruf von Ministerpräsident Stephan Weil, der zunächst noch von Thomas Oppermann in der Warteschleife vertröstet wird, dann eine Sonnenblume von den grünen Unterstützern um Martin Worbes und schließlich das vielbeklatschte Einlaufen am SPD-Haus an der Nikolaistraße.

Derweil hat sich Gegner Ludwig Theuvsen (CDU) noch nicht im Kreishaus blicken lassen. Mit Parteifreunden und dem Kreisverbandsvorsitzenden Fritz Güntzler („ein Riesenerfolg“) verfolgt er im nahen CDU-Haus die Ergebnisse mit dem wie er sagt „ehrenhaften Resultat“.

Der Sieger bedankt sich derweil bei seiner SPD, die in einem „langen, teils schweren Wahlkampf fantastische Unterstützung“ geleistet hätte. Sieger Reuter lobt auch andere Unterstützer: „So eine rot-grüne Gemeinsamkeit wie in den vergangenen zwei Wochen hat Göttingen noch nicht erlebt.“ Im Hintergrund ist ein leises, zweifelndes „na,na“ zu hören.

Reuter wirbt für die rot-grüne Kooperation im Kreistag. Unterbezirksvorsitzender Thomas Oppermann sagt: „Nun fehlen im Kreistag noch zwei Stimmen für eine rot-grüne Mehrheit, die werden sich in ruhigen Gesprächen finden lassen.“ Oppermann nennt Reuter „einen der besten Landräte, den wir in Deutschland haben“.

Am SPD-Haus wird auch der Sieger locker: „Es kann nur einen Landrat geben“, sagt er in Anlehnung an den Film „Highlander“. Und er bedient sich eines (Kohl-)Zitates: „Nun kann zusammenwachsen, was zusammen gehört.“ Das hatte zuvor auch Oppermann verwendet. Dann wird gefeiert. „Aber so richtig!“, lacht Reuter.

Stichwahl im Landkreis Göttingen: Reuter bleibt Chef im Kreishaus

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