Deutschland-Diabetes-Radtour in Friedland: Sport gegen hohe Werte

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Tour de Diabetes: Die Gruppe fährt von der Ostsee bis zur Zugspitze. Etappenziel war am Mittwoch Friedland.  

Groß Schneen. Mit einer Tour quer durch Deutschland will eine Gruppe von Radfahrern zeigen, dass sich Sport und Diabetes keineswegs gegenseitig ausschließen. 

Am Donnerstag machte der Tross in Groß Schneen in der Gemeinde Friedland Station. In neun Tagen auf Elektrofahrrädern vom Timmendorfer Strand an der Ostsee bis zur Zugspitze und damit genau 1001 Kilometer lautet das ehrgeizige Ziel, das sich die zwölf an Diabetes erkrankten Frauen und Männer im Alter zwischen 28 und 72 Jahren gesetzt haben. Unter dem Motto „Sattelfest – Das Ziel im Blick“ starteten sie am Montag zur ersten Auflage der „Tour de Diabetes“. Das Ziel in den Alpen soll am kommenden Dienstag erreicht werden.

„Ich bin dabei, weil ich erstens gerne in Deutschland unterwegs bin und sicher vieles noch nicht gesehen habe und weil ich zweitens die Herausforderung annehmen möchte auch am achten Tag noch auf den Sattel steigen zu können“, sagt Christof Neuß. Der 53-Jährige erkrankte vor zehn Jahren an Diabetes Typ 2.

Ärztliche Begleitung

„Obwohl die Teilnehmer ganz unterschiedlichen Altersklassen angehören, haben alle einen Typ 1- oder Typ 2-Diabetes“, sagt Diabetologe Jörg von Hübbenet, der die Tour ärztlich begleitet. Die „Tour de Diabetes“ sei die Probe aufs Exempel dafür, „dass Menschen mit Diabetes trotz ihrer Erkrankung in der Lage sind, eine Leistung wie diese zu vollbringen. Morgens schnell mit dem Rad zum Bäcker zu fahren, sei für alle Gesunden und auch für Menschen mit Diabetes normal. Bei einer stärkeren sportlichen Belastung komme jedoch jeder irgendwann an seine Grenzen.

„Für Menschen mit Diabetes ist dies wegen der ständig erforderlichen Kontrolle des Blutzuckers eine zusätzliche Herausforderung“, sagt Hübbenet. Aus sportlicher Sicht gebe es für sie jedoch dank moderner diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten kaum noch Einschränkungen. Außerdem würden die Teilnehmer während der gesamten Tour intensiv von einem Diabetes-Team betreut.

Positiver Einfluss

„Sowohl für Typ 1- als auch für Typ2-Diabetes gilt, dass Bewegung in der Regel einen positiven Einfluss auf den Blutzucker hat“, sagt Jörg von Hübbenet. So führe Sport entweder zur Reduktion des täglich benötigten Insulindosis (Typ 1) oder helfe dabei, die Insulinresistenz abzubauen und das Körpergewicht zu reduzieren (Typ 2). „Und deshalb kann ich jedem Diabetiker nur empfehlen, sich jeden Tag sportlich zu betätigen.“ Weitere Infos gibt es im Internet. 

www.tour-de-diabetes.de

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