Bastion gegen Rechts

Kreiswahl im Kreis Göttingen: SPD vor CDU und Grünen

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Wie setzt sich der neue Kreistag im Kreis Göttingen künftig zusammen? Hier finden Sie das Endergebnis, Trends und Informationen.

Insgesamt elf Parteien und Wählergruppen traten bei der Kreiswahl im Landkreis Göttingen an. Einige davon waren 2011 noch nicht angetreten.

Kreiswahlen in Südniedersachsen

Die Stimmen sind ausgezählt. Hier finden Sie die vorläufigen Gesamtergebnisse in einer Grafik. Hier geht es zur Tabelle mit den Ergebnissen.

268.853 Menschen – gut 65.000 mehr als vor fünf Jahren, waren aufgerufen, bei der Kreiswahl ihre Stimmen abzugeben – für das Parlament des neuen Großkreises. Wir blicken auf die Ergebnisse in Kommunen.

Göttingen 

Aktualisiert am 12. September um 18.22 Uhr

Uni-Stadt trotzt (rechten) Trends: In der mit knapp 100.000 Wahlberechtigen größten Stadt Südniedersachsen haben die Grünen Stimmen – gut sieben Prozent – und damit Platz zwei verloren, den sie 2011 vor der CDU belegt hatten. 21,3 Prozent aber sind ein Top-Ergebnis mit Blick auf das Land. Und sonst? leichte Verluste für SPD und CDU, leichte Zuwächse bei Linke und Liberalen. Die AfD hat im Bereich des links-grünen Bollwerks Göttingen keine Chance: 2,74 Prozent. Die Uni-Stadt ist damit ein Ausreißer im Kreisergebnis.

Bovenden

SPD klar vorne: Die stetig wachsende, nah an Göttingen gelegene Kommune mit gut 11.000 Wahlberechtigten ist dunkelrot: 42,02 Prozent holt die SPD, die damit aber knapp vier Prozent einbüßt, wie auch die CDU, von der einige mehr als 25,74 Prozent erwartet hätten. Deftig: die minus sieben Prozent für die Grünen.

Adelebsen

SPD-Hochburg: Die in den vergangenen Jahren von Hells-Angels- und Rechten-Veranstaltungen gebeutelte Kommune bringt der SPD ein starkes Ergebnis: 44,14 Prozent. Aber: SPD und CDU verlieren auch hier gut drei und vier Prozent. Die Grünen stürzen von 20,8 auf 7,32 Prozent. Aber: vor fünf Jahren stimmten viele unter dem Eindruck der Fukushima-Katastrophe ab. Von den Grünen-Verlusten sammeln die FDP (plus 11,44 Prozent!) und AfD (5,38 Prozent) Stimmen. Friedland Absturz für die SPD um gut zehn Prozent: Der Tiefschlag – auch für Bürgermeister Andreas Friedrichs – ist hausgemacht durch interne Streitereien der Sozialdemokraten. Davon profitieren die Freien Wähler, die um gut sieben Prozent zulegen und die AfD (5,01 Prozent). Die CDU verliert knapp, ist aber fast dran an der SPD – beim Kreisergebnis. Die Grünen holen gut zwölf Prozent (minus 8,82).

Rosdorf

Linke und Rechte gewinnen: In Rosdorf, das wie Bovenden eine stetig wachsende Gemeinde mit knapp 10.000 Wahlberechtigten ist, zeigen sich die Sozialdemokraten – traditionell – stark. Die SPD legt sogar um fast drei Prozent zu, ein Novum im Südkreis Göttingen. Die Stimmen der kräftig verlierenden CDU und Grünen landen weitgehend bei der AfD, die auf über sechs Prozent kommt.

Gleichen

Kommune im Grünen: Die Gemeinde rund um das schöne Gartetal glänzt mit einer Top-Wahlbeteiligung: 69,43 Prozent! Im Trend aber liegt das Ergebnis: Leichte Verluste für SPD und CDU. Die Grünen bleiben dort stark.

Duderstadt

SPD backt kleine Brötchen in der CDU-Bastion: Sieben Prozent minus für die CDU, aber mehr als 50 Prozent in Duderstadt, der Hauptstadt des konservativen Eichsfeldes. Für die SPD bleiben 18,83 Prozent, aber auch nur 0,72 Prozent Verlust. Grüne und FWG sind stabil. Die FDP liegt knapp über fünf Prozent, wie die AfD, zu der die meisten CDU-Abwanderer wechseln.

Gieboldehausen

Liberale schwach: 1,66 Prozent stimmen für die FDP. Ansonsten ist das Gieboldehäuser Ergebnis fast übertragbar auf Duderstadt. Nur: Die CDU ist hier noch stärker, legt sogar zu auf 55,02 Prozent; das beste CDU-Gemeindeergebnis bei der Kreiswahl 2016.

Ergebnis der Kreiswahl im Kreis Göttingen

2016

Sitze

2011

Sitze

Wahlbeteiligung

72*

49,71%

64

SPD

34,69%

25

35,78%

23

CDU

30,15%

22

32,53%

21

GRÜNE

12,82%

9

19,78%

13

FWLG

3,56%

3

4,42%

3

DIE LINKE.

4,43%

3

3,73%

2

FDP

4,37%

3

2,31%

1

PIRATEN

1,18%

1

1,38%

1

ödp

 -

 -

 0,06%

0

AfD

5,37%

4

-

-

ALFA Allianz für Fortschritt und Aufbruch

1,05%

1

-

-

NPD

0,74%

-

-

Die PARTEI

0,81%

1

-

-

BLW

0,17%

-

-

BI für Osterode

0,68%

-

-

Ausgezählt: 426 von 426; Stand: 7 Uhr

* Mehr Sitze wegen der Fusion der Landkreise Göttingen und Osterode am Harz zum neuen Landkreis Göttingen. 

Nach zwei Drittel der 426 auszuzählenden Wahlbezirke war deutlich abzusehen: Die AfD wird in vielen kommunalen Parlamenten vertreten sein. Besonders starke Ergebnisse könnten für die Rechtspopulisten in Hann. Münden und Staufenberg herausspringen.

Beachtlich die Endergebnisse der Kreiswahl für die AfD in den wirtschaftlich gebeutelten Harzgemeinden Bad Grund (8,17 Prozent) und Bad Sachsa (10,23). Keine Rolle spielt die AfD in der größten Stadt Südniedersachsens, in Göttingen: Dort wird die Partei klar unter der Fünf-Prozent-Marke einlaufen. Anders in der zweitgrößten Stadt im neuen, fusionierten Landkreis: In Osterode könnte am Ende eine Sieben vor dem Komma stehen. Man wird sich daran gewöhnen müssen: Die AfD ist in den Parlamenten im neuen Kreis angekommen.

Kommunalwahlen in Niedersachsen: Der Wahlabend im Göttinger Kreishaus

Zusätzlich zu den Kreiswahlen werden im Landkreis Göttingen noch die Gemeinde- und Stadträte sowie teilweise Ortsräte gewählt. Eine Übersicht über alle Kommunalwahlen gibt es hier.

Lesen Sie dazu auch:

- Landratswahl im Kreis Göttingen

- Gemeinderatswahlen im Kreis Göttingen: Alle Zahlen und Ergebnisse

- Ortsratswahlen im Altkreis Münden: Zahlen und Ergebnisse

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