Zehn Maßnahmen

A7: 30 Prozent weniger Unfälle - Neue Regelungen zeigen Wirkung

Section-Control: Auch diese Variante der Tempo-Kontrolle wird für die Autobahn 7 geprüft. Foto: dpa

Göttingen. Ein Jahr nach der Konferenz zur Autobahn 7 ziehen Göttinger Polizei und Landkreis Göttingen eine positive Zwischenbilanz.

Es gibt etwa ein Drittel weniger Unfälle auf der gefährlichen Strecke zwischen dem Dreieck Drammetal und der Landesgrenze nach Hessen. Ergebnis der Konferenz war eine Liste von zehn konkreten Projekten, darunter das inzwischen geltende durchgängige Tempolimit von maximal 120 km/h zwischen der hessischen Landesgrenze bei Kassel und dem Dreieck Drammetal.

Sämtliche Maßnahmen sind bereits umgesetzt oder auf den Weg gebracht worden, berichtet die Kreisverwaltung. Ein Jahr nach der Konferenz weisen aktuelle Zahlen darauf hin, dass dieses Maßnahmenpaket konkret Wirkung zeigt.

Im Bereich der A 7 zwischen dem Dreieck Drammetal und der Anschlussstelle Lutterberg kam es in Fahrtrichtung Norden im Jahr 2015 von Januar bis Ende Juli zu 74 Verkehrsunfällen. 2016 wurden im gleichen Zeitraum 55 Verkehrsunfälle festgestellt, was einen Rückgang von etwa 25 Prozent ausmacht.

In Fahrtrichtung Süden wurden im Jahr 2015 im Vergleichszeitraum 76 Verkehrsunfälle registriert. 2016 waren es lediglich 53. Das entspricht einem Rückgang von etwa 30 Prozent. An der Gefällestrecke Laubacher Berg bei Hann. Münden in Fahrtrichtung Norden blieben die Unfallzahlen 2015 und 2016 mit jeweils neun gleichbleibend.

In die Verantwortung des Landkreises Göttingen fällt die Einrichtung einer stationären Blitzer-Anlage im Dreieck Drammetal in der Überleitung von der Autobahn 38 zur Autobahn 7 in Richtung Kassel. Kam es in der Auffahrt im vergangenen Jahr noch zu 18 Verkehrsunfällen, so gab es seit Inbetriebnahme der Tempo-Überwachungsanlage im Januar an dieser Stelle keinen einzigen Unfall mehr.

Insgesamt zehn Maßnahmen waren bei der A7-Konferenz auf den Weg gebracht worden. Das ist aus den Vorstößen geworden.

Tempo-begrenzung

Die Höchstgeschwindigkeit ist zwischen Lutterberg und dem Dreieck Drammetal in beiden Fahrtrichtungen seit Ende Oktober 2015 durchgängig auf Tempo 120 beschränkt. Zuvor bereits bestehende Tempobegrenzungen haben weiter Bestand.

Mittelleitplanken

Die Schutzeinrichtungen im Mittelstreifen (Mittelschutzplanken) werden an potenziellen Gefahrenstellen verstärkt, um ein Durchbrechen von Fahrzeugen auf die Gegenfahrbahn zu verhindern.

Griffigkeit der Fahrbahn

Die Intervalle der Überprüfungen der Fahrbahngriffigkeit werden von vier auf zwei Jahre verkürzt. Die jüngsten Messergebnisse datieren aus der zweiten Jahreshälfte 2015. Dabei beanstandete Stellen wurden durch den Einbau einer neuen Fahrbahndecke instandgesetzt. Die nächste Überprüfung findet in zwei Jahren statt.

Unfallstellen

Die Reinigung von Fahrbahnen wurde bereits neu vergeben. In der Ausschreibung wurde die Möglichkeit einer zweiten und dritten Reinigungskolonne aufgenommen, so kann eine schnellere Reinigung erfolgen. Außerdem sollen die Unfallstellen schneller geräumt werden.

Fahrbahnmarkierungen

Die Fahrbahnmarkierungen werden in den nach und nach in Fahrtrichtung Süd erneuert, um die Sichtbarkeit zu verbessern. Um die Verkehrssicherheit dauerhaft zu erhöhen, erfolgt eine jährliche Messung der Tag- und Nacht-Sichtbarkeit der Straßenmarkierungen.

Hundskurve

Die Tempo-Messanlage in der Überleitung von der Autobahn 38 auf die Autobahn 7 in Richtung Kassel im Dreieck Drammetal (Hundskurve) wurde Ende Januar installiert. Seitdem gab es dort keine Unfälle mehr.

Lastwagen-Kontrollen

Die Polizei hat bereits Großkontrollen von Lastwagen in beiden Fahrtrichtungen vorgenommen. Weitere Kontrollen sind geplant.

Section-Control

Zur Geschwindigkeitsüberwachung mittels „Section-Control“, bei der das Durchschnittstempo der Fahrzeuge über eine längere Strecke ermittelt wird, läuft in Niedersachsen voraussichtlich in Kürze ein Pilotprojekt auf der B 6 zwischen Gleidingen und Laatzen an. Sobald die Ergebnisse über die Eignung dieser Form der Verkehrsüberwachung vorliegen, wird eine Ausweitung des Projektes auf die A 7 geprüft.

Pförtnerampeln

Polizei und Stadt Hann. Münden testen probeweise die Steuerung des Umleitungsverkehrs an den Ortseingängen von B 496 und B 3 sowie an der B 80 in Richtung Hedemünden. Dabei soll die Wirksamkeit möglicher Pförtnerampeln ermittelt werden.

Umleitungsstrecken

Die Umleitungsstrecken für den Fall einer Vollsperrung der A 7 werden nach und nach überprüft. 

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