Schnupperkurs in Ebergötzen

Führerschein für Pferdefreunde: Kaltblüter rücken Holz im Wald 

Schnupperkurs mit Rückepferd: Kevin Ardelian (links), Norbert Rudolph und Charissa Klüggen mit „Fuchs“. Fotos: Lawrenz

Ebergötzen. Mit Rückepferden wird im Wald schonend Holz bewegt. In Ebergötzen kann man den Umgang und die Arbeit mit Pferd und Baumstämmen ausprobieren.

Charissa Klüggen macht einen Probelauf mit Rückepferd „Fuchs“. Entschlossen lenkt sie den Kaltblüter über die Wiese mit Hindernissen. Der Hengst zieht einen langen Stamm und soll keinen Poller umwerfen. Doch nicht immer ist Klüggen entschlossen genug. Fuchs wird schneller, will seinen Kurs selbst wählen. „Er versucht, dich zu testen“, fordert Norbert Rudolph mehr Entschiedenheit von Klüggen. „Mit dieser leisen Stimme kann er nichts anfangen“, erklärt er die eigene „Entscheidung“ des Pferdes.

Zwei Wettkampftage im Holzrücken mit Pferden hat Rudolph in Ebergötzen schon ausgerichtet. Nun macht Klüggen beim ersten Schnuppertag mit, bei dem Interessierte erstes Wissen über diese Beschäftigung mit Pferden erlernen.

Anderthalb Stunden ist Klüggen mit ihrem Freund Kevin Ardelian aus Vechelde bei Peine gefahren, um den Beginn des Tageskurses um 8.30 Uhr in Ebergötzen nicht zu verpassen. Über Facebook habe sie von dem Schnuppertag erfahren. Weil beide ihr Pferd nicht nur reiten wollen, meldeten sie sich dazu an.

Das Paar will Neues nicht ohne Vorwissen probieren. Bei Rudolph bekommen sie die Grundlagen dazu. Erst nach etwa einer Stunde Theorie geht es mit den Pferden Fuchs und Lukas auf die Wiese. Tipps für ein geeignetes Geschirr nehmen sie auch gleich mit nach Hause.

Kevin Scheitz sei seit einem Jahr dabei, berichtet Rudolph. Über die Tochter habe der 16-Jährige das Leben mit Pferden bei ihm kennengelernt. Beim Schnuppertag ist Scheitz begeistert dabei und versteht es, sich bei den Pferden durchzusetzen. So wagt er auch schon mal einen Slalom. „Die Zügel musst Du kürzer nehmen“, mahnt Rudolph. Und immer achtet er auf die Sicherheit der Schüler. Wenn die Zug-Kette eingehängt wird, darf der Fuß auf keinen Fall zwischen Schwengel und Stamm stehen. Wenn das Pferd plötzlich anzieht, wird man umgestoßen. „Ich fahre junge Pferde neben Fuchs ein“, sagt der Kenner seiner Pferde. Der erfahrene Hengst springe ihm nicht weg. Vertrauen zwischen Pferd und Mensch benennt Rudolph als das A und O bei der Arbeit. Wenn ein Pferd Angst habe und nicht weiter wolle, müsse man dranbleiben, bis es weitergehe. Der größte Fehler sei es, solche Plätze zu meiden.

„Dann klappt bald gar nichts mehr“, sagt Rudolph. Er muss es wissen. Seit 35 Jahren arbeitet der 48-jährige Ziegeleiarbeiter mit Rückepferden. Sein Wissen will er jetzt weitergeben.

Die Nachfrage ist da“, hat Rudolph erfahren. Mit fünf Teilnehmern sei der Kurs schnell voll geworden. Mehr als sechs Schüler will Rudolph nicht annehmen, damit jeder genug Zeit hat, um sich auszuprobieren. Den nächsten Termin bietet Rudolph am Samstag, 6. Februar, von 8.30 bis 16.30 Uhr an - Beitrag 50 Euro.

Kontakt: Tel. 01 51/58 75 12 29 oder über Facebook.

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