Landwirte aus Desingerode werben mit Piktogrammen für ein konfliktfreies Miteinander

Rücksicht auf den Wegen: Hubert Kellner (links) und Frank Nolte wollen, dass Landwirte und Fußgänger mehr Rücksicht aufeinander nehmen. Foto: Müller

Desingerode. „Rücksicht macht die Wege breit" - mit diesem Slogan werben der Kreisbauernverband Göttingen und Feldmark auf Desingerodes Wirtschaftswegen für die Kooperation von Landwirten und Fußgängern.

Auf den Wirtschaftswegen in Desingerode sind seit einiger Zeit weiße Markierungen zu sehen. Etwa drei Meter sind sie breit, die asphaltierten Feldwege in Desingerode. Genauso breit sind aber auch die Geräte und Maschinen wie Mähdrescher der Landwirte. „Wenn wir mit einem Traktor unterwegs sind, sind die Wege voll“, sagt Hubert Kellner, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Göttingen.

Wege nur drei Meter breit

Weil die Wirtschaftswege wegen einer Vorschrift der Europäischen Union aber nicht breiter als drei Meter sein dürfen, kämen sich Landwirte und Fußgänger oder Sportler immer wieder in die Quere. Obwohl die Wege eigentlich den Landwirten gehören und von ihnen auch instand gehalten werden.

„Während der Ernte sind wir mit großen Maschinen und Lastern unterwegs“, erzählt Frank Nolte, stellvertretender Vorsitzender der Feldmark. Es sei ärgerlich, wenn manche Fußgänger kein Verständnis dafür hätten, dass die Landwirte nicht immer auf die Rasenfläche neben der Wege ausweichen könnten. „Neben den Wegen sind oft tiefe Gräben, aus denen wir dann nicht mehr herauskommen“, sagt Nolte.

Dabei wollen die Landwirte, dass Sportler und Spaziergänger ihre Wege nutzen: „Die Natur ist oft das einzige, was wir auf dem Land zu bieten haben. Die Wege sind für alle da“, sagt Kellner.

Damit es aber auf beiden Seiten mehr Verständnis gibt, werben die Landwirte nun mit großem Text und Bildern, die sie direkt auf die Wege gesprüht haben: „Wenn jeder nur ein bisschen Rücksicht auf den anderen nimmt, dann ist doch Platz für alle“, sagt Kellner. „So wird auch niemand gefährdet.“

Die Idee, die sie sich von Landwirten aus dem Werra-Meißner-Kreis abgeschaut haben, kommt gut an. Seien die Markierungen bisher nur in Desingerode zu finden, habe die Stadt Duderstadt bereits die Genehmigung erteilt, auch auf überörtlichen Wegen, also auf Straßen, für die die Kommune verantwortlich ist, die Markierungen aufzubringen. Auch andere Dörfer hätten schon nach den Schablonen gefragt, sagt Kellner.

Hintergrund

Die Feldmark ist ein Zusammenschluss von Landwirten und Grundeigentümern, welcher der Erschließung der Wege in den Feldern dient. Sie sind somit Eigentümer der Wirtschaftswege. Mit Beiträgen wird beispielsweise Kies auf die Wirtschaftswege gebracht, falls dieses ausgebessert werden müssen. Außerdem kümmern sie sich um den Grasschnitt an nicht asphaltierten Wegen, die als Ausgleichsflächen zu den Wegen dienen. (chm)

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