Letzte Blicke auf die Mumien der Welt in Hildesheim

Mumienausstellung in Hildesheim: Auf ein Mumienbündel mit freigelegtem Kopf aus Südamerika schaut eine Mitarbeiterin im Roemer- und Pelizaeus-Museum. Dort sind noch bis Sonntag unter anderem 26 erhaltene menschliche Mumien zu sehen, auch zwei aus Göttingen. 

Göttingen/Hildesheim. Mit einem kräftigen Schlussakkord endet am Sonntag, 28. August, die spektakuläre Sonderausstellung im Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museum „Mumien der Welt“.

Es gibt zahlreiche Sonderaktionen, Führungen und vergünstigten Eintritt. Für Göttinger ist der Besuch interessant – es sind auch Exponate aus der Uni-Stadt zu sehen.

Die regelmäßigen Führungen werden durch Rundgänge mit Ausstellungsverantwortlichen und Experten ergänzt. Höhepunkt ist am Samstag eine Präsentation: Erstmalig wird die vorläufige Gesichtsreduktion der Mumie des altägyptischen Beamten Idu II in der Sonderausstellung gezeigt – noch ohne Bemalung. Eine 30-minütige Sonderführung zeigt die Lebensgeschichte Idus.

Am letzten Ausstellungstag, Sonntag, lädt das Museum zu einem Vortrag, Lyrik und einem Wissensforum mit den jungen Mitgliedern des Museumsvereins (JuMis) ein.

In dem Museum werden die mehr als 200 Mumien, darunter 26 vollständig erhaltene menschliche Mumien, nicht aufdringlich, sondern pietätvoll präsentiert.

CT-Untersuchung von Mumien: Auch zwei Mumien der Universität Göttingen wurden im St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim untersucht. Hier ist eine Kindermumie des Roemer- und Pelizäus-Museums zu sehen.

„Mumien der Welt“ stillt aber auch den Durst der wissenschaftlich Interessierten: Alle Mumien wurden vorher in Hildesheim im Computertomografen durchleuchtet. Das brachte ganz neue Erkenntnisse: So wurde das Genom eines Tuberkulose-Erregers von vor 250 Jahren in Ungarn identifiziert.

Auch Exponate aus Kassel und Göttingen sind zu sehen, wie die seltene kanarische Guanchen-Mumie, eine südamerikanische Mumie sowie ein Phallus und ein Schädel der Universität Göttingen, die Kooperationspartner der Ausstellung ist.

Die Göttinger Anthropologin Dr. Birgit Großkopf hat aktiv an der Ausstellung mitgearbeitet. „Von der Kooperation mit der Ausstellung und von den neuen CT-Aufnahmen zweier Mumien profitieren wir sehr“, sagt Großkopf. Insgesamt gibt es an der Universität Göttingen knapp 20 Mumien. „Einige davon werden regelmäßig für die Lehre eingesetzt – je nach Erhaltungszustand und Thema“, sagt Großkopf. Die Studenten lernen dabei auch Röntgenbilder der Mumien zu interpretieren. Mit Hilfe der neuen CT-Aufnahmen können nun neue Auswertungen gemacht werden.

Das Museum im Zentrum von Hildesheim hat von Freitag bis Sonntag jeweils bis 20 Uhr geöffnet. Eintritt: Erwachsene 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, Kinder bis sechs Jahre frei, sechs bis 14 Jahre 5 Euro. Informationen unter www.rpmuseum.de/ausstellungen/mumien-der-welt.html

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