Maus-Türöffner-Tag in der Erdbebenwarte Göttingen

Umringt von den Maus-Fans: Christoph Biemann - der Mann mit dem grünen Pulli aus dem Maus-Team zu Gast in der Wiechertschen Erdbebenwarte. Foto: zul

Göttingen. Hochbetrieb in der Wiechertschen Erdbebenwarte: Zum Maus-Türöffner-Tag hat sie als einer von rund 650 Orten ihr Areal für Besucher geöffnet.

Überwältigend war der Ansturm mit über 500 Gästen am vergangenen Montag. Zum Abschluss schaute Christoph Biemann aus dem Maus-Team selbst vorbei.

Kaum war der Mann mit dem grünen Pullover kurz vor 17 Uhr dem Auto entstiegen, wurde er zum Anziehungspunkt. Schnell war er umringt von zahllosen Maus-Fans. Sie begleiteten ihn zum Mintropschen Fallturm, wo Wolfgang Brunk zeigte, wie die große Kugel aus vier Tonnen Edelstahl zu Boden kracht.

Doch die Erschütterung der Erde hielt die meisten nicht ab, den Maus-Star um ein Foto mit ihnen zu bitten. „Ich mach‘ die ganze Zeit Fotos“, versicherte ein Vater seiner Frau, die ihren Nachwuchs im Bild haben wollte. Etwas verschämt stellte sich ein junger Mann fürs Bild zu seinen viel jüngeren Brüdern.

„Ich gucke die Sendung seit 35 Jahren“, das gab Heidrun Müller-Buss gern zu. Mit ihrer zehnjährigen Tochter Emilie war sie schon am Mittag zur Erdbebenwarte an der Herzberger Landstraße gekommen.

„Die Sendung mit der Maus“ gehöre einfach dazu. So freute sie sich, ein Autogramm zu bekommen.

Dazu verteilte Christoph Biemann Luftballons und Poster. Für die Ansage bestimmte Autorin Karen Thilo den Eingang zur Alten Erdbebenwarte mit dem Spruch des Seismologen Emil Wiechert: „Ferne Kunde bringt Dir der schwankende Fels - Deute die Zeichen!“ Noch heute zeichnen Wiecherts Seismographen im Alten Erdbebenhaus die „ferne Kunde“ auf. Mit ihrer Kollegin Lena Steppeler nahm Thilo Christophs Worte dazu auf. Dann folgten sie der Einladung zum Essen.

Anne Klees, Auszubildende zur Beiköchin an den Berufsbildenden Schulen am Ritterplan, hatte sie zu Gemüsebratlingen und Bircher Müsli mit Obstsalat gebeten. Mit ihren Mitschülern hatte Klees an dem Tag für die Verpflegung des Publikum gesorgt. Die letzten Töne für den Beitrag fand Thilo kurz vor dem Aufbruch nach Köln. „Lässt du es nochmal krachen“, bat Brunk Manfred Schrader, als der demonstrierte, wie sich Erdbeben aus weiter Ferne anhören.

Schon am Dienstag, 4. Oktober, ist der Maus-Film über die Erdbebenwarte mit den anderen Beiträgen zum Türöffner-Tag im Internet zu sehen. (zul) www.wdrmaus.de

Hintergrund

Die Wiechert’sche Erdbebenwarte Göttingen ist eine voll funktionsfähige seismologsiche Messstation und ein begehbares Technikmuseum. Besucher sehen hier historische und moderne Seismographen und erleben beim Fall der Mintrop-Kugel wie künstlich kleine Erdbeben ausgelöst werden.

Nachdem Emil Wiechert 1897 die Konstruktion von Seismographen gelang, wurde das Erdmagnetische Institut in Göttingen 1898 zum weltweit ersten Institut für Geophysik erweitert. Als vor elf Jahren der Umzug des Institus für Geophysik auf den Physik-Campus im Nordbereich der Universität anstand, wurde der Verein „Wiechert’sche Erdbebenwarte Göttingen“ gegründet, um die historische Einrichtung zu retten und den Betrieb aufrecht zu erhalten. (zul)

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