Minister: AKW-Betreiber müssen bis 2021 in Sicherheit investieren

Immer wieder Störfälle: Das Atomkraftwerk Grohnde ist 32 Jahre alt und war für einige Wochen abgeschaltet worden. Jetzt schaute sich Umweltminister Stefan Wenzel die Anlage an. Foto: nh

Grohnde. Die Sicherheit steht beim Betrieb des Atomkraftwerks Grohnde bei Hameln im Vordergrund. Das stellte Niedersachsens Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Stefan Wenzel (Grüne), nach einem Ortstermin klar.

„Der Betreiber Preussen-Elektra muss bis zum letzten Tag des Betriebs in die Verbesserung der Sicherheit investieren“, sagte Wenzel nach einem Gespräch in Grohnde mit Vertretern der Preussen-Elektra und der Kraftwerksleitung des AKW Grohnde.

Hintergrund war auch eine wiederholte Abschaltung des Reaktors und die Verlängerung der Revisionszeit und -arbeiten im Mai und den vom Ministerium veranlassten Prüfungen von meldepflichtigen Ereignissen. Das Atomkraftwerk war im April für längere Zeit abgeschaltet worden, nachdem bei einer regelmäßigen Revision ein Schaden an einer Kühlpumpe entdeckt worden war.

Wenzel schaute sich bei einem Rundgang auch die Bereiche des Kraftwerks an, wo Reparaturen ausgeführt werden mussten. Dabei wurden auch Fragen der Materialbeschaffenheit von Leitungen und Rohren und die Instrumentierung von Pumpen erörtert.

Um den Ausfall der druckführenden Komponenten zu vermeiden, sollen nun die Prüfungen und deren Intervalle im AKW verstärkt werden.

Auch eine intensive Ereignisanalyse nach Fehlern in der Anlage war Thema der Beratungen.

Schon vor zwei Jahren war der Atommeiler an der Weser fast zwei Monate vom Netz genommen worden. Damals standen auch unsachgemäße Reparaturen zur Debatte. Als Aufsichtsbehörde hatte sich auch damals das Umweltministerium eingeschaltet.

Das AKW Grohnde läuft seit 1984 und hat eine Betriebserlaubnis bis zum 31. Dezember 2021. Mit den Betreibern wurde deshalb auch schon über den Antrag zum Rückbau gesprochen.

Bis dahin aber gelten für das Ministerium klare Grundsätze: „Die Sicherheit der Bevölkerung setzt zu jeder Zeit die Sicherheit des Betriebs der Anlage voraus“, sagte Wenzel. „Auch in der Spätphase des Kraftwerks darf es daran keinerlei Abstriche geben.“

Zuletzt sorgte hatte das Atomkraftwerk Grohnde im August für Schlagzeilen: Bei Wartungsarbeiten im nicht-nuklearen Teil der Anlage war ein Arbeiter tödlich verunglückt. (tko)

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