Ministerpräsident Weil eröffnet die Weihnachtsbaum-Saison

Schlägt am Dienstag den ersten Weihnachtsbaum der Saison: Ministerpräsident Stephan Weil. Foto: dpa

Göttingen/Hannover. Die Achtung, es ist schon wieder soweit: Weihnachten steht vor der Tür. Da muss auch die Niedersächsische Landesregierung Vorbereitungen treffen.

Nun gut, es sind noch sieben Wochen bis zum großen Fest. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) eröffnet am Dienstag die deutsche Weihnachtsbaum-Saison – und zwar direkt bei einem Erzeuger, nämlich in der „Tannenland-Plantage“ in Neustadt am Rübenberge.

Die gemeinsame Feier von rot-grüner Landesregierung, Landtag und VW-Stiftung im Schloss Herrenhausen zum 70. Geburtstages des Landes Niedersachsen geht wohl als riesiger Flop in die Geschichte ein. Das schmuck- und musiklose Konzept als wissenschaftliches Kolloquium kam überhaupt nicht an. „80 Prozent der Zuhörer waren von den Vorträgen genervt, 20 Prozent schliefen ein“, lästerte ein Teilnehmer. „Man hätte sich das alles spitziger vorstellen können“, gab selbst Regierungssprecherin Anke Pörksen kleinlaut zu. Aber sie versprach Besserung. Zum 75. Jubiläum wolle es Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) „richtig krachen lassen“. Da wiederum löste den heftigen Protest von CDU-Fraktionschef Björn Thümler, selbst Opfer der Langeweiler-Veranstaltung, aus. Wie könne sich Rot-Grün bloß anmaßen, schon jetzt für die Sause 2021 zu planen. „Dazwischen liegt bekanntlich eine Landtagswahl.“

Das Zugvögel-Heftchen des niedersächsischen Umweltministeriums entwickelt sich zum Export-Schlager. In der kindgerechten Broschüre „Grüß mir die Heimat“ erzählt die Brandsee-Schwalbe Swip von ihren Reisen nach Südafrika und wirbt dabei nicht nur für saubere Luft und sauberes Wasser, sondern auch für Freundschaften über die Kontinente hinweg. „Die Südafrikaner waren ganz aus dem Häuschen“, berichtete Ressortchef Stefan Wenzel (Grüne) von der Begeisterung in der niedersächsischen Partnerregion Eastern Cape. Das Ministerium ließ schnell 500 Exemplare auf Englisch mit dem Titel „Home is where your heart is“ („Heimat ist da, wo dein Herz ist“) drucken. Das wiederum löste Nachfragen in Mauretanien und den Niederlanden ab, wo die Schwalbe während ihrer Nord-Süd-Tour ebenfalls Station macht. Daher plant das Ministerium jetzt auch noch Versionen in Französisch und Holländisch.

NDR-Fernsehredakteurin Andrea Henkel bewahrte CDU-Parlamentsgeschäftsführer Jens Nacke vor einer schlechten Figur. „Bitte gucken Sie immer nur mich an“, bat die Reporterin den Abgeordneten vor seinem Kamera-Statement zum Terror-Untersuchungsausschuss. Bei Blicken zur Seite drohe nämlich die Gefahr von zugekniffen wirkenden Augen.

Gar nicht so einfach, bei der Frage eines anderen Journalisten wandte sich Nacke diesem in gewohnter Höflichkeit zu. „Hierher, hierher“, rief Henkel schnell. Der CDU-Mann gehorchte umgehend. Die gleichen Schönheitstipps bekamen danach übrigens auch die Ob-Leute von SPD, Grünen und FDP.

Von Peter Mlodoch

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